Fokale Epilepsie ist die häufigste Form der epileptischen Anfälle, dabei sind begrenzte Hirnbereiche betroffen. Zur Behandlung können Antikonvulsiva, wie Cenobamat, Pepanel, Lacosamid und Brivaracetam genutzt werden.
Es wurden 1.993 Verschreibungen dieser Antikonvulsiva analysiert bei 1.949 Patient:innen eines medianen Alters von 42 Jahren. Der primäre Endpunkt war die Ansprechrate nach sechs Monaten, definiert als eine Verringerung der Anfallshäufigkeit um mindestens 50 %.
Das Risiko eines erneuten Anfalls war für Cenobamat am geringsten, im Vergleich zu Lacosamid, Perampanel und Brivaracetam. Die vorhergesagten Wahrscheinlichkeiten für eine Anfallsfreiheit von mindestens drei Monaten waren wie folgt: Cenobamat 0,25, Pepanel 0,16, Lacosamid 0,16 und Brivaracetam 0,11. Nach 12 Monaten wies Cenobamat eine signifikant höhere Retention auf als Brivaracetam und Perampanel und zeigte keinen signifikanten Unterschied gegenüber Lacosamid.
Die Verträglichkeitsprofile variierten erheblich zwischen den verschiedenen Antikonvulsiva. Cenobamat war mit den meisten Nebenwirkungen verbunden. Am häufigsten traten Somnolenz, Schwindel und andere Symptome des zentralen Nervensystems auf.
Die Autor:innen erklären, dass die Ergebnisse darauf hindeuten, dass Cenobamat eine überlegene Langzeitwirksamkeit gegenüber anderen neueren Antikonvulsiva bei medikamentenresistenter fokaler Epilepsie bietet, obwohl das erhöhte Risiko von Nebenwirkungen bei der klinischen Entscheidungsfindung sorgfältig abgewogen werden sollte.