Im September 2025 hat die US-amerikanische Food and Drug Administration (FDA) die Hypertonie-Benachrichtigungsfunktion der Apple Watch zugelassen. Sie nutzt photoplethysmografische Signale, um Nutzer:innen ohne Blutdruckmanschette auf potenzielle Hypertonie hinzuweisen und ist inzwischen auch in Österreich verfügbar.
In einer 30-tägigen Validierungsstudie wurde die Benachrichtigungsfunktion mit häuslichen Blutdruckmessungen verglichen. Dabei zeigte sich, dass 41,2 % der Teilnehmenden mit bisher nicht diagnostizierter Hypertonie eine Warnmeldung erhielten. Unter Personen ohne Hypertonie erhielten 92,3 % keine Warnung, 7,7 % jedoch eine falsche positive Meldung. Unter Berücksichtigung der geschätzten Prävalenz von Hypertonie in der gesamten berechtigten Population betrug der positive prädiktive Wert 69,1 % und der negative prädiktive Wert 79,0 %.
Bei den Subgruppen zeigte sich: Ältere Menschen und Personen mit einem BMI über 30 kg/m² hatten insgesamt eine höhere Sensitivität, aber auch etwas mehr Fehlalarme (niedrigere Spezifität).
Die Funktion kann somit helfen, bislang unerkannte Hypertonie zu erkennen. Gleichzeitig besteht die Gefahr, dass fehlende Warnungen eine falsche Beruhigung erzeugen und Betroffene davon abhalten, ärztliche Screenings wahrzunehmen, oder dass falsch-positive Meldungen unnötige Sorgen auslösen. Die Hersteller betonen, dass die Funktion nicht zur Diagnose von Hypertonie gedacht ist, sondern dazu dienen soll, Nutzer:innen und Nutzer zu motivieren, einen Verdacht ärztlich abklären zu lassen.
Für eine verstärkte Nutzung manschettenloser Technologien zur Blutdruckerkennung empfehlen Forschende daher eine gründliche Validierung, Strategien zur Verbesserung der Messgenauigkeit sowie eine durchdachte Integration in bevölkerungsweite Screeningprogramme.