Hausärzt:in 03/2026
Ärzt:in Assistenz 2025

Können Smartwaches implantierte Herzgeräte beeinflussen?

Da Smartwatches immer häufiger zum Screening von Tachyarrhythmien und zur EKG-Aufzeichnung genutzt werden, wurden mögliche Mechanismen der magnetmodusbedingten Beeinflussung von CIED durch Smartwatches untersucht.

Auf der Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie wurden aktuelle Studiendaten präsentiert. In einem experimentellen Setting wurden Schweinethoraces mit insgesamt 15 kardialen Implantaten (5 Schrittmacher, 10 implantierbare Kardioverter-Defibrillatoren [ICD]) in subkutaner bzw. submuskulärer Positionierung an einen Herzsimulator angeschlossen.

Untersucht wurden acht verschiedene Smartwatch-Modelle hinsichtlich einer potenziellen Induktion des Magnetmodus der implantierten Systeme. Bei Positionierung der Smartwatch mit der Displayseite über dem Implantationsgebiet kam es in 1 von 120 Messungen (<1 %) zu einer Aktivierung des Magnetmodus. Dieser führt je nach Device zu einer asynchronen Stimulation bei Schrittmachern bzw. zur temporären Deaktivierung der Tachyarrhythmietherapie bei ICD.

Eine deutlich höhere Inzidenz zeigte sich bei Platzierung der Rückseite der Smartwatch (Sensor-/Ladeeinheit) über dem Implantat, mit einer Magnetmodusaktivierung in 36 von 120 Fällen.

Während des Ladevorgangs der Smartwatches wurde ebenfalls eine relevante Interaktion beobachtet: Hier trat der Effekt in 28 von 120 Messungen auf. Bei submuskulär implantierten Systemen war die Ereignisrate signifikant geringer (5 von 360 Messungen; 1 %).

Im klinischen Alltag ist das Risiko aufgrund der üblichen Trageposition am Handgelenk als gering einzuschätzen. Dennoch empfehlen die Autor:innen eine Aufklärung von Patient:innen mit CIED, Smartwatches nicht direkt über dem Implantat zu positionieren. Zudem könnten sowohl die Ladesituation der Uhr als auch die Implantattiefe das Interaktionsrisiko beeinflussen.