Herzinsuffizienz ist eine häufige Komplikation bei Typ-2-Diabetes (T2D). Eine vorangegangene Analyse der SOUL-Studie hatte ergeben, dass orales Semaglutid bei Menschen mit T2D das Risiko für schwere kardiovaskuläre Ereignisse (MACE; bestehend aus kardiovaskulärem Tod, nicht-tödlichem Myokardinfarkt oder nicht-tödlichem Schlaganfall) reduziert.
Diese Phase-IIIb Studie fand an 444 Zentren statt und untersuchte 9.650 Personen mit Typ-2-Diabetes, atherosklerotischer Herz-Kreislauf-Erkrankung und/oder chronischer Nierenerkrankung. Sie erhielten entweder orales Semaglutid 1-mal täglich oder Placebo zusätzlich zur Standardtherapie.
23,1 % von ihnen hatten bereits eine Vorgeschichte von Herzinsuffizienz, darunter 10,3 % mit erhaltener Ejektionsfraktion (HFpEF), 6,1 % mit reduzierter Ejektionsfraktion (HFrEF) und 6,7 % mit unbekanntem Subtyp. Das Risiko für einen kombinierten Herzinsuffizienz-Endpunkt, bestehend aus Krankenhauseinweisung aufgrund von Herzinsuffizienz, dringender Arztbesuch wegen Herzinsuffizienz oder kardiovaskulärer Tod verringerte sich um 22 % mit Semaglutid.
In der Gruppe von Personen ohne Herzinsuffizienz, zu Beginn der Studie, stellten die Forscher:innen keinen Unterschied zwischen Semaglutid und Placebo fest. Außerdem traten bei Erkrankten mit Herzinsuffizienz ähnlich viele schwere Nebenwirkungen in den beiden Studienarmen auf.
Die Daten stützen laut den Autor:innen den potenziellen Nutzen von oralem Semaglutid, um Herzinsuffizienz-Ereignisse bei Menschen mit Typ-2-Diabetes und Herzinsuffizienz zu verringern. Die unterschiedliche Risikoreduktion bei Personen mit HFpEF und HFrEF erklären sie durch mechanistische Unterschiede der beiden Erkrankungen.