Das FCS ist eine seltene autosomal‑rezessive Störung des Lipidstoffwechsels, bei der aufgrund genetischer Defekte im LPL‑Signalweg der Abbau von Triglyzeriden massiv eingeschränkt ist. Betroffene weisen persistierend extrem hohe Triglyzeridspiegel auf, was klinisch zu rezidivierenden, teils schweren abdominellen Schmerzen, akuten Pankreatitiden, Hepatosplenomegalie, Störungen der Glukosehomöostase sowie neurokognitiven Symptomen führen kann.
Konventionelle lipidsenkende Therapien zeigen bei FCS kaum Wirksamkeit.
Plozasiran ist eine neuartige siRNA‑Therapie, die gezielt die hepatische Expression von APOC3 hemmt, einem zentralen Inhibitor der Lipoproteinlipase und des Triglyzerid‑Clearance‑Mechanismus. Durch die Reduktion von APOC3 wird die Triglyzerid‑Elimination verbessert, was zu einer deutlichen Senkung der Triglyzeridspiegel und zu einer Reduktion des Pankreatitisrisikos führt. Die Applikation erfolgt subkutan alle drei Monate.
Im Gegensatz zu anderen verfügbaren Therapien ist für den Einsatz von Plozasiran kein genetischer Nachweis eines FCS erforderlich, sodass auch klinisch diagnostizierte Patient:innen behandelt werden können.
Die Zulassungsempfehlung stützt sich auf die PALISADE‑Studie, in der Patient:innen unter kontrollierter Diät randomisiert Plozasiran oder Placebo erhielten. Nach zehn Monaten zeigte sich unter Plozasiran eine durchschnittliche Triglyzeridreduktion von 80 %, verglichen mit 17 % unter Placebo. Dieser Effekt war sowohl bei genetisch bestätigtem als auch bei klinisch diagnostiziertem FCS konsistent und blieb über die Studiendauer von zwölf Monaten sowie mindestens bis Monat 18 stabil. Zudem wurde eine signifikante Reduktion akuter Pankreatitisepisoden beobachtet.
Zu den häufigsten unerwünschten Wirkungen zählten Hyperglykämie, Kopfschmerzen, Übelkeit und lokale Reaktionen an der Injektionsstelle.