Die venöse Thromboembolie (VTE) ist eine der häufigsten kardiovaskulären Erkrankungen und stellt eine relevante Ursache für Morbidität und Mortalität dar. Die aktualisierten Leitlinien geben evidenzbasierte Empfehlungen zur risikoadaptierten VTE-Prophylaxe.
Vor Festlegung einer Prophylaxestrategie ist eine strukturierte individuelle Evaluation sowohl des VTE-Risikos als auch des Blutungsrisikos empfohlen.
Im Rahmen der Prophylaxe nach Implantation von Hüft- oder Knieendoprothesen wird in den aktualisierten Empfehlungen Acetylsalicylsäure (ASS) als eine neue pharmakologische Option genannt. Dies ist eine Erweiterung gegenüber der bisherigen Standardprophylaxe mit Heparin oder direkten oralen Antikoagulanzien (DOAK). Voraussetzung für den Einsatz von ASS ist ein niedriges individuelles Thromboserisiko ohne zusätzliche prothrombotische Risikofaktoren sowie die Umsetzung eines konsequenten Fast-Track- bzw. Rapid-Recovery-Konzepts mit frühzeitiger Mobilisation, idealerweise bereits am Operationstag.
Darüber hinaus betonen die Leitlinien die aktive Einbindung der Patient:innen, hierzu gehören insbesondere die frühzeitige Mobilisation mit Aufstehen am Operationstag sowie eine strukturierte, regelmäßige physiotherapeutische Betreuung.