Hausärzt:in 01/2026
Ärzt:in Assistenz 2025

Leitlinien-Update zur Prophylaxe der venösen Thromboembolie

Die S3-Leitlinie Prophylaxe der venösen Thromboembolie wurde umfassend überarbeitet. Eine der neuen Empfehlungen ist die Einnahme von Acetylsalicylsäure (ASS) zur Vorbeugung der sogenannten venösen Thromboembolien vor der Implantation von Hüft- und Knieprothesen.

Die venöse Thromboembolie (VTE) ist eine der häufigsten kardiovaskulären Erkrankungen und stellt eine relevante Ursache für Morbidität und Mortalität dar. Die aktualisierten Leitlinien geben evidenzbasierte Empfehlungen zur risikoadaptierten VTE-Prophylaxe.

Vor Festlegung einer Prophylaxestrategie ist eine strukturierte individuelle Evaluation sowohl des VTE-Risikos als auch des Blutungsrisikos empfohlen.

Im Rahmen der Prophylaxe nach Implantation von Hüft- oder Knieendoprothesen wird in den aktualisierten Empfehlungen Acetylsalicylsäure (ASS) als eine neue pharmakologische Option genannt. Dies ist eine Erweiterung gegenüber der bisherigen Standardprophylaxe mit Heparin oder direkten oralen Antikoagulanzien (DOAK). Voraussetzung für den Einsatz von ASS ist ein niedriges individuelles Thromboserisiko ohne zusätzliche prothrombotische Risikofaktoren sowie die Umsetzung eines konsequenten Fast-Track- bzw. Rapid-Recovery-Konzepts mit frühzeitiger Mobilisation, idealerweise bereits am Operationstag.

Darüber hinaus betonen die Leitlinien die aktive Einbindung der Patient:innen, hierzu gehören insbesondere die frühzeitige Mobilisation mit Aufstehen am Operationstag sowie eine strukturierte, regelmäßige physiotherapeutische Betreuung.

Die aktualisierte Leitlinie finden Sie hier.