Hausärzt:in 6/2026
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Koffein-Drinks: Kinder und Jugendliche mit "Herzflattern"

Der wiederholte schnelle Griff zu koffeinhaltigen Getränken kann bei Kindern und Jugendlichen Herzrhythmusstörungen und EKG-Veränderungen hervorrufen – darauf deuten aktuelle Erkenntnisse einer Studie von Kinderkardiolog:innen der MedUni Graz. 

Die Wissenschafter:innen um Stefan Kurath-Koller (Pädiatrische Kardiologie/MedUni Graz) und seine Co-Autor:innen durchsuchten die wissenschaftliche Literatur nach Fallberichten und Studien zum Thema. Insgesamt fanden sie 110 auswertbare Fachartikel zu koffeinbedingten Herzrhythmusstörungen bei Kindern und Jugendlichen. "In allen eingeschlossenen Studien wurden insgesamt 39 Jugendliche (im Alter von 13 bis 18 Jahren) mit koffeinbedingten Herzrhythmusstörungen oder EKG-Veränderungen beschrieben. Zu den Koffeinquellen zählten Energydrinks, koffeinhaltige Tabletten und Pulver", erzählen die Wissenschafter:innen. Von einer ganzen Reihe unterschiedlicher und mehr oder weniger gefährlicher Herzrhythmusstörungen wurde berichtet. Es fanden sich verschiedene Tachykardien ("Herzrasen"), QTc-Verlängerungen und Veränderungen der ST-Strecken im Elektrokardiogramm (EKG).

Es geht dabei nicht um Panikmache. "In moderaten Dosen wird Koffein mit positiven Effekten wie gesteigerter Aufmerksamkeit, verbesserter kognitiver Leistungsfähigkeit und verringerter Müdigkeit in Verbindung gebracht", so die Wissenschafter:innen. Vorsicht sei trotzdem geboten. "Trotz dieser Vorteile ist Koffeinkonsum mit einer Reihe von gesundheitsschädlichen Wirkungen verbunden, insbesondere bei hohem Konsum." Jugendliche haben oft zunächst nur geringen Kontakt mit Koffein. Hohe Dosierungen bedeuten jedoch ein vermehrtes Risiko für Herz-Kreislauf-Probleme.

Nach der Untersuchung von Fallserien geht man derzeit davon aus, dass Vergiftungssymptome bei einem Konsum von etwa ein bis zwei Gramm Koffein (oder einer Blutserumkoffeinkonzentration von mehr als 15 Milligramm pro Liter) auftreten können und Koffeinmengen über hundert bis 200 Milligramm pro Kilogramm Körpergewicht (oder Blutserumspiegel über 80 Milligramm pro Liter) potenziell tödlich sein können. Einige der Fälle von Herzrhythmusstörungen traten aber auch bei moderaten konsumierten Koffeinmengen auf. Daher könnte es auch eine Gruppe von aus anderen Gründen vorbelasteten Personen geben, die speziell gefährdet ist.

Die Expert:innen betonen, dass ein gesteigertes Bewusstsein und präventive Maßnahmen unerlässlich seien, um die koffeinbedingten Herz-Kreislauf-Risiken in dieser Bevölkerungsgruppe zu reduzieren.

Die Studie wurde im Journal "Pediatric Cardiology" publiziert.