Weltweit sind derzeit bereits rund 2,5 Milliarden Menschen übergewichtig. Bei rund 900 Millionen liegt die Zahl der Adipösen. Immer mehr Menschen sind damit beschäftigt, Übergewicht wieder zu verlieren. "Weltweit versucht etwa die Hälfte der Bevölkerung aktiv abzunehmen. Auf Gewichtsverlust folgt jedoch typischerweise wieder eine deutliche Gewichtszunahme, was häufig zu wiederholten Gewichtszyklen führt. Gewichtsschwankungen stehen im Verdacht, für den Stoffwechsel schädlich zu sein, da sie zu einem stärkeren Anstieg der Fettmasse und einem geringeren Zuwachs an Muskelmasse führen können. Dies kann Sarkopenie begünstigen, den Stoffwechsel verlangsamen und Adipositas sowie deren metabolische Komplikationen (z. B. Glukoseintoleranz) verschlimmern", so die dänischen Fachleute Faidon Magdos und Norbert Stefan von der Abteilung für Ernährung, Bewegung und Sport der Universität Kopenhagen. In der Juli-Ausgabe der Fachzeitschrift "The Lancet Diabetes & Endocrinology", haben sie die Datenlage zum gefürchteten Jo-Jo-Effekt nun veröffentlicht.
Da eine langfristige Gewichtserhaltung in den meisten Fällen, unabhängig von der gewählten Methode zur Gewichtsreduktion, schwierig sei, wird derzeit versucht, die Folgen dieses Auf und Ab der Betroffenen auf der Waage zu bewerten. Durch den rapiden Gewichtsverlust wird der Energie- und Zuckerstoffwechsel der Abnehmwilligen stark beeinflusst, weshalb Befürchtungen über die Konsequenzen des Jo-Jo-Effekts geäußert wurden, wie z.B. ein erhöhtes Risiko für Typ-2-Diabetes, die Ausbildung einer Fettleber, Bluthochdruck, Muskelschwund und Herz-Kreislauf-Erkrankungen.
Zwar gibt es keine klinischen Studien mit Probanden, doch bisherige Beobachtungen und die Daten aus Tierversuchen lassen die beiden dänischen Fachleute gewissermaßen Entwarnung geben. "Insgesamt stützen die derzeitigen Erkenntnisse keinen kausalen Zusammenhang zwischen Gewichtsschwankungen an sich und klinischen Schäden bei Menschen mit Adipositas. (...) Die vorliegenden Erkenntnisse deuten darauf hin, dass die Vorteile einer wiederkehrenden Gewichtsreduktion – wie verbesserte Stoffwechselwerte, Herz-Kreislauf-Gesundheit und Lebensqualität – die potenziellen Risiken von Gewichtsschwankungen überwiegen", erklären die Experten.
Negative Auswirkungen der Gewichtsschwankungen, die gelegentlich berichtet werden, seien eher auf Alter und andere Begleitfaktoren bei den Betroffenen zurückzuführen. "Der Versuch abzunehmen und auch dabei zu scheitern ist nicht schädlich. Aber ganz aufzugeben, das könnte schädlich sein", meinen sie abschließend.