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"Know Your Numbers": EU Screening Week startet

Die erste EU Screening Week ist gestartet. Gemeinsam mit der Europäischen Kommission setzen ESC, EASD und EASO ein starkes Zeichen für Prävention und die frühzeitige Erkennung kardiometabolischer Risikofaktoren.

Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes und Adipositas zählen zu den größten gesundheitlichen Herausforderungen Europas. Sie treten häufig gemeinsam auf, sind eng miteinander verknüpft und stellen eine zunehmende Belastung für Betroffene, Gesundheitsfachkräfte und Gesundheitssysteme dar.

Das Ausmaß dieser Herausforderung ist erheblich. Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind nach wie vor die häufigste Ursache für Morbidität und Mortalität in der EU. Im Jahr 2022 waren sie für jeden dritten Todesfall verantwortlich und führten zu 1,7 Millionen Todesfällen. Schätzungsweise 62 Millionen Menschen in der EU sind betroffen. Diabetes betrifft 35,3 Millionen Menschen, während etwa jede sechste Erwachsene mit Adipositas lebt. Diabetes und Adipositas sind nicht nur eigenständige chronische Erkrankungen, sondern zählen neben Hypertonie und Dyslipidämie zu den wichtigsten Risikofaktoren für kardiovaskuläre Morbidität und Mortalität.

Vor diesem Hintergrund begrüßen die European Society of Cardiology (ESC), die European Association for the Study of Diabetes (EASD) und die European Association for the Study of Obesity (EASO) die erste EU Screening Week, die vom 29. September bis 4. Oktober stattfindet. Die Initiative steht im Einklang mit dem EU Safe Hearts Plan der Europäischen Kommission, der eine Senkung vorzeitiger kardiovaskulärer Todesfälle um 25 % bis 2035 anstrebt, und unterstützt zugleich den Vorschlag für eine EU-Ratsempfehlung zu kardiovaskulären Gesundheitschecks.

Da viele kardiometabolische Erkrankungen erst erkannt werden, wenn bereits Symptome oder Komplikationen auftreten, soll die Kampagne unter dem Motto "Know Your Numbers" die Bedeutung der Früherkennung stärker ins öffentliche Bewusstsein rücken. Bürger:innen werden dazu aufgerufen, zentrale Gesundheitsparameter wie Blutdruck, Blutzucker und Cholesterin regelmäßig kontrollieren zu lassen und Risikofaktoren frühzeitig zu adressieren.

Auch Österreich beteiligt sich an der EU Screening Week mit der bundesweiten "HerzCheck Österreich"-Kampagne in allen neun Bundesländern. Das Programm kombiniert Blutdruckmessungen sowie Puls- und Rhythmuskontrollen für Menschen ab 65 Jahren mit einer Abschätzung des kardiovaskulären Risikos und der Ausgabe eines Herz-Passes. Unterstützt wird die Initiative durch die Bewerbung des kostenlosen Vorsorgechecks, den Einsatz von HerzCheck-Scouts unter Medizinstudierenden, begleitende Medienarbeit sowie die anonyme Erfassung der erhobenen Daten. Im Fokus stehen die Sensibilisierung für Blutdruck- und kardiovaskuläre Risikofaktoren, die Verbesserung der Inanspruchnahme präventiver Angebote insbesondere in benachteiligten Regionen, die gezielte Anbindung der Bevölkerung an Vorsorgeleistungen sowie die Generierung übertragbarer und vergleichbarer Daten.

Beim EASD-Kongress in Mailand fiel der Startschuss für die erste EU Screening Week. Im Rahmen einer Pressekonferenz unterstrich EU-Gesundheitskommissar Olivér Várhelyi die Bedeutung einer stärkeren Sensibilisierung der Bevölkerung für kardiometabolische Risikofaktoren. Niedrigschwellige und leicht zugängliche Screening-Angebote könnten dazu beitragen, Risiken frühzeitig zu erkennen und schwerwiegenden Folgeerkrankungen vorzubeugen. Rückenwind erhält die Initiative durch den kürzlich veröffentlichten Vorschlag für eine EU-Ratsempfehlung zu kardiovaskulären Gesundheitschecks, der die Mitgliedstaaten dazu ermutigt, Prävention und Früherkennung stärker in ihren Gesundheitssystemen zu verankern.

Prof.in. Cecilia Linde, Präsidentin der ESC, hob hervor, dass ein frühzeitiges Screening dazu beitragen könne, gesundheitliche Ungleichheiten zu reduzieren und mehr Menschen einen rechtzeitigen Zugang zu Prävention und Versorgung zu ermöglichen. Der Präsident der EASD, Prof. Francesco Giorgino, verwies insbesondere auf die hohe Zahl nicht diagnostizierter Diabetesfälle und die zentrale Rolle einer frühzeitigen Risikoerkennung bei Typ-1- und Typ-2-Diabetes. Prof. Volkan Yumuk, Präsident der EASO, unterstrich die Bedeutung der Adipositas als zentrale kardiometabolische Erkrankung und plädierte für eine frühere, evidenzbasierte Diagnostik und Behandlung, die über die alleinige Betrachtung des BMI hinausgeht.

Auch Prof.in Chantal Mathieu, Präsidentin des European Diabetes Forum (EUDF), sieht in der EU Screening Week einen wichtigen Schritt hin zu einem integrierten Ansatz bei der Prävention, Früherkennung und Versorgung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes und Adipositas. Die beteiligten Fachgesellschaften fordern die Mitgliedstaaten auf, die aktuelle Dynamik zu nutzen und evidenzbasierte Gesundheitschecks als festen Bestandteil der Gesundheitsversorgung zu etablieren.

Die Initiator:innen rufen die Bevölkerung dazu auf, Screening-Angebote wahrzunehmen und zentrale Risikoparameter wie Blutdruck, Blutzucker, Cholesterin, Body-Mass-Index und Taillenumfang regelmäßig überprüfen zu lassen. Denn frühe Diagnose und konsequente Prävention können wesentlich dazu beitragen, die Belastung durch kardiometabolische Erkrankungen in Europa zu reduzieren.