ApoDoc soll Arztgespräche über Videotelefonie vermitteln. Das Angebot ist für Randzeiten – insbesondere Freitagnachmittag und Samstag – vorgesehen und richtet sich an Patient:innen, bei denen nach Einschätzung des Apothekenpersonals eine rezeptfreie Selbstmedikation nicht ausreicht.
Ulrike Mursch-Edlmayr, Präsidentin der Österreichischen Apothekerkammer, erklärt: "Niemand soll unversorgt die Apotheke verlassen. Dazu braucht es im Bedarfsfall eine rasche medizinische Diagnose, eine klare Therapieempfehlung und die direkte persönliche Arzneimittelversorgung. Mit ApoDoc kann in einem Beratungszimmer bei Bedarf ohne unnötige Wege und kurzfristig vertraulich ein Online-Arztgespräch geführt werden".
Indikationen, bei denen das assistierte telemedizinische Angebot genutzt werden kann, sind beispielsweise akute Harnwegsinfekte, Bindehautentzündungen sowie Situationen, in denen nach positiven Tests auf Covid-19 oder Influenza rasch eine medikamentöse Behandlung erforderlich ist. Im Rahmen des Pilotprojekts werden die häufigsten Diagnosen für Videokonsultationen definiert und das Versorgungsmodell von der Paracelsus Medizinischen Privatuniversität (PMU) wissenschaftlich evaluiert.
Die ersten Patient:innen wurden bereits in drei Wiener Apotheken telemedizinisch betreut. Bei den angebundenen Ärzt:innen handelt es sich um österreichische Allgemeinmediziner:innen. Wird von der Apotheker:in ein entsprechender Bedarf festgestellt und das kostenfreie Angebot angenommen, werden zunächst die Patientendaten erfasst und an die Ärzt:in am anderen Ende der Videoverbindung übermittelt.
Zusätzlich zum Gespräch kann die Ärztin oder der Arzt in der Apotheke Labortests anfordern, sofern dort entsprechende "Point-of-Care"-Geräte verfügbar sind. Am Ende der Konsultation kann eine Diagnose gestellt und ein E-Rezept ausgestellt werden, das mithilfe der E-Card direkt in der Apotheke eingelöst werden kann. Alternativ kann die Patientin oder der Patient auch aufgefordert werden, eine Spitalsambulanz aufzusuchen, wenn die Videokonsultation für eine ausreichende Abklärung nicht ausreicht.
Ziel des Projekts ist es, in Randzeiten – wenn Ordinationen bereits geschlossen sind – die medizinische Versorgung niedrigschwellig sicherzustellen und gleichzeitig Spitalsambulanzen zu entlasten.