Anti-TNF-Therapien gelten als Eckpfeiler in der CED-Behandlung. Das Ansprechen ist jedoch heterogen. In einer neuen randomisierten Studie wurde an drei deutschen Universitätskliniken untersucht, ob molekulare Zusatzinformationen, Therapieentscheidungen und damit Behandlungsergebnisse verbessern können.
Eingeschlossen wurden Erwachsene mit Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa, bei denen eine Erstlinientherapie mit Infliximab indiziert war. Molekulare Analysen wurden zu Studienbeginn sowie in den Wochen 2, 6, 14 und 26 durchgeführt. Erfasst wurden mRNA-basierte Biomarker aus Blutproben und Biopsien. Primärer Endpunkt war die umfassende Krankheitskontrolle (Comprehensive Disease Control, CDC) in Woche 52. Diese war definiert als klinische Remission (Crohn's Disease Activity Index < 150 oder Partial Mayo Score < 2), endoskopische Remission (SES-CD ≤ 4 beziehungsweise ≤ 2 bei isoliert ilealem Morbus Crohn oder Mayo-Endoskopie-Score ≤ 1) sowie biochemische Normalisierung mit C-reaktivem Protein < 5 mg/l und fäkalem Calprotectin < 250 mg/g.
Signifikant mehr Personen erreichten nach 52 Wochen eine umfassende Krankheitskontrolle im Interventionsarm (43 %) als unter dem Therapiestandard (23 %). Auch die sekundären Endpunkte fielen zugunsten der biomarkerbasierten Strategie aus. Signifikant war der Unterschied bei der steroidfreien Remission. Auch Therapieumstellungen traten im Interventionsarm häufiger auf als im Standardarm (48 % versus 29 %), ebenso eine Dosisanpassung (48 % versus 35 %).
Die Autor:innen sehen in den Ergebnissen Hinweise darauf, dass molekulare Zusatzinformationen im Rahmen strukturierter Therapieboards dazu beitragen können, Anti-TNF-Therapien gezielter zu steuern und die Krankheitskontrolle bei CED zu verbessern.