Hausärzt:in 04/2026
Ärzt:in Assistenz 2025

Cenobamat: Risiko für Leberschädigungen

Das BASG informiert über neue Anforderungen zur Überwachung der Leberfunktion infolge von Berichten über schwere Leberschädigungen im Zusammenhang mit der Anwendung von Cenobamat.

Cenobamat ist zur adjunktiven Behandlung fokaler Anfälle mit oder ohne sekundäre Generalisierung bei erwachsenen Patient:innen mit Epilepsie indiziert, deren Anfälle trotz vorheriger Behandlung mit mindestens zwei Antiepileptika nicht ausreichend kontrolliert sind. Im Zusammenhang mit der Behandlung wurden Fälle schwerer Leberschädigungen bis hin zum Leberversagen berichtet, die überwiegend bei Patient:innen unter gleichzeitiger Therapie mit mehreren Antiepileptika auftraten.

Erhöhte Leberenzymwerte werden unter der Therapie häufig beobachtet. In gepoolten, placebokontrollierten, doppelblinden Studien traten ALT-Erhöhungen bei 1,6 % der mit Cenobamat behandelten Patient:innen auf, verglichen mit 0 % in der Placebogruppe, während AST-Erhöhungen bei 1,4 % gegenüber 0,4 % unter Placebo beobachtet wurden. Es zeigte sich ein dosisabhängiger Zusammenhang, wobei unter der maximalen Tagesdosis von 400 mg ALT-Erhöhungen bei 3,6 % und AST-Erhöhungen bei 2,7 % der Patient:innen auftraten. Im Rahmen der Sicherheitsbewertung wurden vier Fälle schwerer Leberschädigungen als wahrscheinlich mit Cenobamat assoziiert eingestuft, darunter ein Fall, der die Kriterien des Hy’schen Gesetzes erfüllte. Darüber hinaus wurden 24 weitere Fälle als möglicherweise therapieassoziiert dokumentiert, wobei die Mehrzahl dieser Ereignisse bei gleichzeitiger Anwendung anderer Antiepileptika beobachtet wurde.

Vor Beginn der Therapie sollten daher die Leberwerte einschließlich ALT, AST, Gamma-Glutamyltransferase (GGT), alkalischer Phosphatase und Gesamtbilirubin bestimmt werden. Während der Behandlung ist eine regelmäßige Kontrolle der Leberfunktion erforderlich. Patient:innen sollten über mögliche Anzeichen einer Leberschädigung wie Müdigkeit, Appetitlosigkeit, Schmerzen im rechten Oberbauch, dunklen Urin oder Ikterus informiert werden. Treten entsprechende Symptome auf, sind unverzüglich weiterführende diagnostische Maßnahmen einzuleiten. Bei Verdacht auf eine arzneimittelbedingte Leberschädigung sollte eine Dosisreduktion oder ein Absetzen von Cenobamat erwogen werden.