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Baloxavir, Favipiravir oder Oseltamivir: Welches Virostatikum wirkt am besten?

Erstmals wurden Baloxavir, Favipiravir und Oseltamivir in einer randomisierten Studie direkt verglichen. Dabei erwies sich Baloxavir hinsichtlich der viralen Clearance als überlegen.

Die drei wichtigsten oral verfügbaren Influenza-Virostatika unterscheiden sich in ihrem Wirkmechanismus. Oseltamivir hemmt die virale Neuraminidase und verhindert dadurch die Freisetzung neu gebildeter Viren aus infizierten Zellen. Baloxavir wirkt als Cap-abhängiger Endonuklease-Inhibitor und unterbindet die virale RNA-Transkription. Favipiravir hemmt die RNA-abhängige RNA-Polymerase und blockiert damit ebenfalls die Virusreplikation.

Welcher dieser Wirkstoffe die höchste antivirale Wirksamkeit in vivo aufweist, war bislang nicht in einer direkten randomisierten Vergleichsstudie untersucht worden. Die bisherige Evidenz stützte sich überwiegend auf Netzwerk-Metaanalysen. In einer multizentrischen Studie in Thailand, Laos, Nepal und Brasilien wurden jetzt 944 junge Erwachsene mit laborbestätigter Influenza randomisiert und einer Behandlung mit Baloxavir, Favipiravir, Oseltamivir oder keiner antiviralen Therapie zugeteilt. Baloxavir wurde als Einmaldosis verabreicht, während Favipiravir und Oseltamivir über vier bzw. fünf Tage zweimal täglich eingenommen wurden.

Das mediane Alter der Teilnehmenden betrug 31 Jahre. Die Erkrankung bestand seit weniger als vier Tagen und verlief überwiegend mild. Primärer Endpunkt war die Dauer des Virusnachweises in täglich entnommenen Nasopharyngealabstrichen. Die schnellste virale Clearance wurde unter Baloxavir beobachtet. Die mittlere Halbwertszeit der Viruselimination lag bei 5,7 Stunden gegenüber 5,8 Stunden unter Favipiravir, 7,6 Stunden unter Oseltamivir und 11,0 Stunden ohne antivirale Therapie. Gegenüber der Kontrollgruppe beschleunigte Baloxavir die Viruselimination um 86 %, Favipiravir um 66 % und Oseltamivir um 49 %. Im direkten Vergleich war die virale Clearance unter Oseltamivir um 20 % langsamer als unter Baloxavir.

Auch die Fieberdauer wurde durch alle drei Wirkstoffe signifikant verkürzt, von 2,1 Tagen in der Kontrollgruppe auf 1,2 Tage unter Baloxavir und Oseltamivir sowie auf 1,6 Tage unter Favipiravir. Dieser virologische und antipyretische Vorteil führte jedoch nicht zu einer schnelleren vollständigen Genesung. Die Zeit bis zur Symptomfreiheit betrug in allen Gruppen etwa 14 Tage. Bis Tag 28 hatten sich 62 % der mit Baloxavir oder Favipiravir behandelten Personen und 64 % der mit Oseltamivir behandelten Personen vollständig erholt, verglichen mit 54 % in der Kontrollgruppe.

In Österreich ist derzeit Oseltamivir verfügbar und als antivirale Therapie der Influenza etabliert. Für Personen mit leichten Krankheitsverläufen wird eine Behandlung in der Regel nicht empfohlen. Baloxavir ist in Europa zugelassen, wird in Österreich jedoch derzeit nicht regulär vermarktet. Favipiravir wird vom japanischen Hersteller vor allem in Japan und China angeboten und ist in Österreich nicht für die Behandlung der saisonalen Influenza verfügbar.