Doch mit ebendiesem gelingt eine hinreichend genaue Harndiagnostik, die unmittelbar in der Praxis Harnwegsinfekte mit valider Sicherheit ausschließen kann. So lassen sich unnötige antibiotische Therapien sicher vermeiden. Und angesichts der zunehmenden Antibiotikaresistenzen ist jene Maßnahme auch dringend geboten. Beispielsweise ist der Nitrit-Test bei frisch untersuchtem Urin insgesamt sehr spezifisch, aber nur wenig sensitiv. Harnteststreifen liefern in ca. einem Drittel der Fälle falsche Befunde.
Harnteststreifen-Lesegeräte stellen also keinen Ersatz für die Harnmikroskopie dar!
Sie suggerieren diagnostische Sicherheit, machen praktisch aber nur photometrische Auswertungen der Harnteststreifen – mögliche Vorteile sind:
- objektivierte, standardisierte Ergebnisse durch konstante Bedingungen (Lichtquelle, Inkubationszeit),
- Wertedokumentation, Speicherung von Probenergebnissen, Anbindung an Praxis- und Labor-EDV,
- Zeitersparnis durch serielle Abarbeitung, vor allem bei großem Probenaufkommen.