Hausärzt:in 09/2026
Ärzt:in Assistenz 2026

Alzheimer früher erkennen, Risiken gezielt senken

Hände halten ein Gehirn
"Das Gehirn ist formbar bis ins hohe Alter"
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Im Interview erläutert Andreas Jopp, welche Bedeutung Lebensstil, Ernährung, Bewegung und neue Biomarker für die Prävention und Früherkennung von Demenz und Alzheimer haben.
Medizinische Expertise
Andreas Jopp

Andreas Jopp (Medizinjournalist und Gesundheitscoach in Köln)

HAUSÄRZT:IN: Sie schreiben in Ihrem Buch: "Neue Forschung zeigt, dass sich das Demenzrisiko durch den Lebensstil nahezu halbieren lässt – und dass sich das Gehirn bis ins hohe Alter verändern und erneuern kann." Wie ist es um die wissenschaftliche Evidenz für diese Aussagen bestellt?

JOPP: Neue Forschung erweitert tatsächlich den Blick auf die Demenzprävention: Nicht nur lässt sich das Risiko senken, auch das Gehirn bleibt im höheren Alter deutlich dynamischer als lange angenommen. Die Lancet-Kommission identifizierte insgesamt 14 modifizierbare Risikofaktoren. Für Hausärzt:innen sind dabei vor allem Bluthochdruck, erhöhte Blutfette, Diabetes und Adipositas von zentraler Bedeutung. Diese Faktoren wirken bereits ab der Lebensmitte. Rund jeder zweite Demenzfall ist auch mit Gefäßschäden im Gehirn verbunden.

Neu hinzu kommt die Erkenntnis, dass das Gehirn selbst im höheren Alter anpassungsfähig bleibt. Bewegung, Schlaf und eine pflanzenreiche Ernährung können Wachstumsfaktoren wie BDNF stimulieren. Bildgebende Verfahren zeigen nachweislich positive Effekte auf den Hippocampus. Sogar im höheren Alter bleiben neuronale Anpassung und kognitive Verbesserungen dadurch möglich. Prävention ist damit nicht nur Risikosenkung, sondern eröffnet auch realistische Chancen, die Hirnfunktion selbst im Alter messbar länger zu erhalten und teils wieder zu verbessern.