Gesund.at: Welche epidemiologische und gesundheitspolitische Bedeutung haben Herz‑Kreislauf-Erkrankungen in Österreich?
Prof. Sareban: Herz‑Kreislauf-Erkrankungen sind weiterhin die häufigste Todesursache in Österreich. Rund 31 % aller Todesfälle bei Männern und 37 % bei Frauen sind darauf zurückzuführen. Statistisch gesehen verstirbt etwa alle 15 Minuten ein Mensch in Österreich an einer kardiovaskulären Erkrankung.
Neben der medizinischen Relevanz ist auch die gesundheitsökonomische Belastung erheblich. Die jährlichen Gesamtkosten belaufen sich auf rund acht Milliarden Euro, was auch im europäischen Vergleich hoch ist. Prävention stellt daher einen zentralen Hebel dar, sowohl aus klinischer als auch aus ökonomischer Perspektive. Ziel der modernen präventiven Kardiologie ist es, kardiovaskuläre Risikofaktoren frühzeitig zu erkennen und zu therapieren.
Vor diesem Hintergrund hat die Europäische Union mit dem EU Safe Hearts Plan eine Initiative gestartet, die unter anderem die Stärkung der Prävention in den Fokus stellt. In Österreich besteht hier weiterhin Aufholbedarf, da bislang kein flächendeckendes, strukturiertes Programm zur Prävention von Herz‑Kreislauf-Erkrankungen etabliert ist. Die Implementierung eines solchen Programms zählt zu den zentralen Zielen des EU Safe Hearts Plans in den Mitgliedstaaten.