"Es ist weithin bekannt, dass eine Reform des Gesundheitssystems notwendig ist. Für die konkrete Umsetzung bedarf es nun der Einbeziehung der Ärzteschaft, denn wir Ärzt:innen kennen das System am besten, da wir täglich darin arbeiten. Für notwendige Reformschritte haben wir bereits Konzepte ausgearbeitet, die nun umgesetzt werden können", erklärt Johannes Steinhart, Präsident der Kammer für Ärztinnen und Ärzte in Wien.
Als durchaus begrüßenswert wird der Punkt der langfristigen Gesundheitsplanung von 15 Jahren gesehen. "Das Spitalskonzept 2040 der Kammer setzt ohnehin auf eine längerfristige Planung im Gesundheitssystem", so Maldonado-González, Vizepräsident und Obmann der Kurie angestellte Ärzte der Kammer für Ärztinnen und Ärzte in Wien. Und weiter: "Einige der nun präsentierten Punkte der Reformpartnerschaft Gesundheit finden sich auch in unserem Papier wieder. Wie die Festlegung klarer Schwerpunkte und hochspezialisierter Leistungen von Krankenhäusern sowie den forcierten Ausbau von ambulanten und tagesklinischen Behandlungen. Wichtig ist, dass der Ausbau des ambulanten Gesundheitswesens schnell umgesetzt wird, um die Spitalsambulanzen tatsächlich zu entlasten."
Einer der zentralsten Wünsche der Ärzteschaft wird mit der geplanten Flexibilisierung der Kassenverträge realisiert. "Auf diese Weise wird es gelingen, mehr Ärzt:innen ins Kassensystem zu holen, die Versorgung zu verbessern und Wartezeiten zu verkürzen", zeigt sich Kamaleyan-Schmied überzeugt. Sie ist Vizepräsidentin und Obfrau der Kurie niedergelassene Ärzte der Kammer für Ärztinnen und Ärzte in Wien.
Die Stärkung der Primärversorgung und der Ausbau der PVE sei ein wichtiges Element zur Versorgung der Bevölkerung. Jedoch können Zentren nicht die Lösung aller Probleme sein. "Die Versorgung der allermeisten Patient:innen findet aktuell in Einzelordinationen statt. Deshalb muss auch hier die Anstellung von anderen Gesundheitsberufen wie zum Beispiel von Diätolog:innen oder Sozialarbeiter:innen ermöglicht und mit Förderungen unterstützt werden", hält Kamaleyan-Schmied fest. "Nur durch das Zusammenspiel mit Einzelordinationen kann die niederschwellige und wohnortnahe ärztliche Betreuung gesichert werden."
Präsident Steinhart abschließend: "Es ist ein positives Signal für alle, die im Gesundheitssystem arbeiten, dass die politisch Verantwortlichen auf die Expertise der Ärzteschaft gehört haben. Das gemeinsame Ziel muss sein, die Versorgungsstrukturen so auszubauen und zu optimieren, dass Patient:innen bestmöglich versorgt sind und Ärzt:innen gerne in diesem System arbeiten." Gemeinsam mit allen Stakeholdern und unter Einbeziehung der ärztlichen Expertise sollte nun an der Umsetzung für ein zukunftsfähiges Gesundheitssystem gearbeitet werden.