Glucagon-like Peptide-1-Rezeptoragonisten (GLP-1-RA) haben die letzten Jahre die Behandlung von Adipositas und Typ-2-Diabetes verändert. Es gibt jedoch Bedenken hinsichtlich unerwünschter Ereignisse am Auge.
Eine retrospektiven Kohortenstudie mit mehr als 91.000 Teilnehmer:innen analysierte das Risiko einer exsudativen AMD mit Medikamenten zur Gewichtsreduktion. Einerseits mit GLP-1-RA, wie Liraglutid oder Semaglutid oder mit anderen Medikamenten (other weight loss drugs, OWLD), wie Orlistat oder Setmelanotide.
Die Verwendung von GLP-1-RA war im Vergleich zu OWLD mit einem verringerten Risiko für eine nicht-exsudative AMD verbunden: Nach 5 Jahren war das Risiko in der GLP-1-RA-Gruppe um 84 %, nach 7 Jahren um 87 % und nach 10 Jahren um 91 % geringer. Es gab keinen Unterschied zwischen den Gruppen im Bezug auf das Fortschreiten einer nicht-exsudativen AMD zu einer exsudativen AMD. Jedoch hatten Patient:innen ohne Medikamente zur Gewichtsreduktion im Vergleich zur GLP-1-RA-Gruppe ein um 45 % höheres Risiko für das Fortschreiten zur exsudativen AMD.
Die Studie ergänzt die wachsende, uneinheitliche Literatur über die Auswirkungen von GLP-1-RA und das Risiko der Entwicklung oder des Fortschreitens der AMD.
Denn letztes Jahr kam eine kanadische Studie mit mehr als 140.000 Teilnehmenden mit Diabetes mellitus unter einer Therapie mit GLP-1-RA zu dem Ergebnis, dass sich das Risiko, eine neovaskuläre altersabhängige Makuladegeneration (nAMD) zu entwickeln, um das Doppelte erhöht. Dabei bestand die Kontrollgruppe aus Menschen, die keinerlei gewichtsreduzierende Medikamente nahmen. Insgesamt war dabei die Inzidenz der nAMD in beiden Gruppen niedrig. Allerdings war der Risk Ratio für eine neovaskuläre AMD bei mehr als 30 Monaten GLP-1-RA-Therapie mit 3,62 auffallend hoch.