Im Zentrum stand ein konkreter Fahr- und Umsetzungsplan des RSG Wien 2030. Bis zum Jahr 2028 sollen insgesamt 42 zusätzliche Primärversorgungseinheiten (PVE) ausgeschrieben werden, um eine wohnortnahe allgemeinmedizinische Versorgung in allen Wiener Bezirken sicherzustellen. Ergänzend zu den derzeit bestehenden elf Einrichtungen für Kinder- und Jugendgesundheit sind weitere Zentren im 3., 20. und 21. Bezirk geplant. Darüber hinaus sollen jährlich zwei Frauengesundheitszentren ausgeschrieben werden, sodass bis 2030 insgesamt neun solcher Einrichtungen zur Verfügung stehen sollen. Auch die inklusive zahn- und kieferchirurgische Versorgung soll weiter ausgebaut werden. Im Bereich der Spezialversorgung sind unter anderem die Einrichtung eines Schilddrüsenzentrums sowie eines Zentrums für Schrittmacherversorgung vorgesehen. Zusätzlich soll das telemedizinische Angebot über die Rufnummer 1450 kontinuierlich erweitert werden.
Das FEM Med ist seit Herbst 2023 als niederschwellige Anlaufstelle für Frauengesundheit in Betrieb. Die Finanzierung wurde jetzt bis Ende 2028 gesichert. Ein multiprofessionelles Team bietet dort Beratung in zahlreichen Sprachen zu Diagnosen, Befunden und Medikamenten und unterstützt bei der Orientierung im Gesundheitssystem. Seit der Eröffnung wurden mehr als 12.500 Beratungen durchgeführt. Ab Mitte 2026 soll ein besonderer Fokus auf Präventions- und Vorsorgeangebote gelegt werden. Regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen und Impfaktionen werden in Kooperation mit den mobilen Gesundheitsdiensten der Stadt Wien (MA 15) angeboten und verzeichnen bereits jetzt eine hohe Nachfrage. Zusätzlich wird die Teilnahme an Screening-Programmen, etwa für Brust- und Darmkrebs, verstärkt gefördert.
Das Diabeteszentrum Wienerberg (DZW) wurde 2023 als österreichweit erstes Pilotprojekt für eine multiprofessionelle und patient:innenzentrierte Versorgung von Menschen mit Diabetes eröffnet. Eine Evaluation des Zentrums hat untersucht, ob die innovativen Versorgungsansätze zu einer Verbesserung der Betreuungsqualität und der gesundheitlichen Ergebnisse beitragen. Die Ergebnisse zeigen, dass sich das DZW in kurzer Zeit zu einer zentralen Einrichtung der regionalen Diabetesversorgung entwickelt hat. Es erreicht wesentliche Zielgruppen, stärkt deren Gesundheitskompetenz und bietet durch seinen multidisziplinären Ansatz einen qualitativ hochwertigen, patient:innenorientierten Versorgungsrahmen. Verbesserungen bei zentralen klinischen Parametern wie HbA1c, Gesamtcholesterin, Triglyceriden, BMI und Blutdruck belegen die positiven Effekte im Krankheitsmanagement. Besonders geschätzt wird von den Patient:innen die multiprofessionelle Teamstruktur, die wertschätzende Kommunikation sowie die ausreichend bemessene Gesprächszeit. Das Angebot in der Diabetesversorgung soll weiter ausgebaut werden: In den kommenden zwei Jahren sollen zwei zusätzliche Diabeteszentren eröffnet werden.