Etwa 5 % der Bevölkerung weisen Nebennierenadenome auf, die in der Regel als Zufallsbefunde im Rahmen abdomineller Bildgebung diagnostiziert werden. Der Großteil dieser Tumoren ist gutartig. Jedoch ein Drittel davon ist mit einer milden autonomen Cortisolsekretion (MACS) verbunden. Lange galt diese Form der Hormonüberproduktion als klinisch wenig relevant, neuere Daten zeigen aber, dass ein Zusammenhang mit metabolischen Erkrankungen wie arterielle Hypertonie, Fettstoffwechselstörungen und Diabetes Mellitus Typ 2 besteht.
Daher gewinnt die Entwicklung medikamentöser Therapieansätze an Bedeutung. Im Rahmen einer Studie erhielten Patient:innen mit Nebennierenadenom und MACS über einen Zeitraum von zwölf Wochen eine ausschließlich abendliche Therapie mit Metyrapon. Dieser Wirkstoff hemmt gezielt die 11β-Hydroxylase, verantwortlich für einen Zwischenschritt der Cortisolsynthese. Das Medikament ist bereits seit Jahrzehnten in der Therapie des schweren Hypercortisolismus (Cushing-Syndrom) zugelassen und etabliert. Die kurze Wirkdauer von Metyrapon ermöglicht die Hemmung der Cortisolsynthese abends und nachts. Dies führt zu einer Normalisierung der circadianen Cortisol-Rhythmik, ohne Risiko einer Nebenniereninsuffizienz durch eine Übertherapie.
Nach zwölf Wochen medikamentöser Therapie zeigten sich deutliche Verbesserungen des Leber- und Zuckerstoffwechsels, der Insulinempfindlichkeit, des Blutdrucks und von Entzündungsmarkern. Zur Überprüfung der Ergebnisse ist eine größere randomisierte Studie geplant.