Hausärzt:in 01/2026
Ärzt:in Assistenz 2025

GLP-1-RA: Nährstoffmangel- und Dehydratation-Risiko

Neue Studien kommen zu dem Ergebnis, dass eine Langzeitanwendung von IGLP-1-Rezeptoragonisten (GLP-1-RA) das Risiko für Mangelernährung und Dehydratation erhöht.

Die als Abnehmspritzen bekannten Medikamente Semaglutid, Liraglutid oder Tirzepatid wirken auf die Insulinfreisetzung, senken den Glucagonspiegel, hemmen die Magenentleerung und reduzieren den Appetit. Damit kann die Energieaufnahme um 16-39 % reduziert werden.

Die geringere Energieaufnahme ist zum Abnehmen erwünscht, aber es werden auch weniger Mikro- und Makronährstoffe aufgenommen. Da die Therapie mit Inkretinmimetika langfristig angewendet werden sollte, kann es nach einiger Zeit zu Mangelzuständen kommen, wenn Nährstoffe nicht gezielt aufgenommen werden.

In mehreren Studien wurde bei Patient:innen unter GLP-1-RA-Therapie ein Nährstoffmangel festgestellt, wobei die Häufigkeit zwischen 22 % und 38 % lag. Am häufigsten trat ein Vitamin-D-Mangel auf. Zudem wurde häufig ein Eisenmangel festgestellt, und die empfohlene Calciumzufuhr wurde nicht erreicht. Auch die Proteinzufuhr war unzureichend, was sich in erniedrigten Blutwerten von Albumin und Präalbumin widerspiegelte.

Außerdem wurde beobachtet, dass GLP-1-RA auch den Durst beeinflussen können, gerade bei älteren Patient:innen steigt daher die Gefahr einer Dehydratation. Daher ist eine gezielte Ernährungsberatung und regelmäßige Kontrolle der Laborwerte sinnvoll.