In Österreich leben derzeit rund 20.000 Menschen mit Parkinson, mit steigender Tendenz, da es sich um die am schnellsten wachsende neurologische Erkrankung handelt. Eine aktuelle Umfrage des Markt- und Meinungsforschungsinstituts Integral im Auftrag von AbbVie zeigt deutliche Versorgungsdefizite: 56 % der Patient:innen befinden sich bereits im fortgeschrittenen Stadium, jedoch erhalten nur 11 % eine gerätegestützte Therapie (z. B. Pumpentherapien, tiefe Hirnstimulation).
Der Anteil an Patient:innen mit fortgeschrittenem Parkinson ist insbesondere im Burgenland, Tirol und Oberösterreich besonders hoch. Hinweise auf ein fortgeschrittenes Stadium liefert die "5-2-1-Regel" (≥5 Levodopa-Gaben/Tag, ≥2 Stunden OFF-Zeit, ≥1 Stunde Dyskinesien täglich). Dennoch werden 79 % der Betroffenen ausschließlich oral behandelt.
Auffällig ist auch ein Informationsdefizit: Während 88 % orale Therapien kennen, sind nur 38 % gerätegestützte Optionen bekannt und lediglich 20 % haben diese mit ihrer Ärzt:in besprochen. Gleichzeitig zeigen sich aber hohe Zufriedenheitswerte bei deren Einsatz (46 % vs. 30 % bei oraler Therapie) und 65 % der Betroffenen hätten sich retrospektiv einen früheren Einsatz gewünscht.
Trotzdem bevorzugen 56 % einen möglichst späten Therapiebeginn. Aus klinischer Sicht sollte die Indikationsstellung jedoch erfolgen, sobald die optimierte orale Therapie nicht mehr ausreicht, idealerweise vor einer relevanten Einschränkung der Lebensqualität. Daher besteht ein klarer Aufklärungsbedarf. Ärztliche Gespräche sowie der Einbezug von Selbsthilfegruppen können dazu beitragen, Ängste und Vorbehalte gegenüber gerätegestützten Therapien abzubauen. Häufige Bedenken betreffen potenzielle Komplikationen eines operativen Eingriffs, die Handhabung im Alltag sowie mögliche Nebenwirkungen.
Auch die Alltagsbelastung bei Parkinson ist hoch: 82 % sind auf Unterstützung von Ehe- oder Lebenspartner:in angewiesen, 97 % berichten über Tagesmüdigkeit, 91 % über Schlafstörungen und neuropsychiatrische Symptome. Insbesondere Berufstätige sind besonders betroffen: 47 % berichten über reduzierte Leistungsfähigkeit, 33 % über reduzierte Arbeitszeit, bei durchschnittlich 18 Krankenstandstagen/Jahr. Zusätzlich bestehen finanzielle Belastungen durch Selbstzahlungen für Wahlarztleistungen (35 %) und Therapien wie Physio-, Ergo-, Logopädie (21 %). Nur 35 % der Patient:innen haben eine Pflegestufe.