In den vergangenen zwei Jahrzehnten kam es zu wesentlichen technologischen Fortschritten in der Hüftendoprothetik. Insbesondere der Einsatz hochvernetzten Polyethylens (XLPE) sowie moderner Keramiken der dritten und vierten Generation hat zu einer Veränderung des Verschleißes der Implantate geführt.
Die neue Analyse basiert auf Daten aus acht nationalen Endoprothesenregistern sowie 29 klinischen Studien. Insgesamt wurden 1.904.237 primäre Hüftendoprothesenimplantationen in die Auswertung eingeschlossen. Untersucht wurde die Überlebensrate moderner Gleitpaarungen beim primären Hüftgelenkersatz. Eingeschlossen waren Implantationen mit Metall- oder Keramikköpfen der dritten oder vierten Generation in Kombination mit XLPE sowie Keramik-auf-Keramik-Gleitpaarungen.
In der gepoolten Analyse der klinischen Studien zeigte sich eine Implantatüberlebensrate von 97 %, wobei eine Revision aus jeglicher Ursache als Endpunkt definiert war. Die Registerdaten ergaben eine Überlebensrate von 93,6 % nach 20 Jahren. Da bislang keine ausreichend langen Beobachtungszeiträume über 20 Jahre hinaus vorliegen, wurde auf Basis der Registerdaten eine Extrapolation der Implantatüberlebensraten bis 30 Jahre vorgenommen. Diese ergab eine prognostizierte Überlebensrate von 92,8 % nach 25 Jahren und 92,1 % nach 30 Jahren.
Damit zeigt sich eine deutliche Verbesserung gegenüber früheren Studien zu älteren Implantatgenerationen, in denen lediglich etwa 58 % der Hüftendoprothesen eine Haltbarkeit von 25 Jahren erreichten.
Die Autor:innen weisen jedoch darauf hin, dass es sich um populationsbasierte Schätzungen handelt. Eine individuelle Prognose der Implantathaltbarkeit lässt sich daraus nicht unmittelbar ableiten. Patientenspezifische Faktoren wie Alter, Begleiterkrankungen, Knochenqualität sowie operative Technik und Implantatpositionierung beeinflussen das Revisionsrisiko weiterhin entscheidend.