Hausärzt:in 04/2026
Ärzt:in Assistenz 2025

Asthmakontrolle ist Lebensqualität

Im Vorfeld des Welt‑Asthma‑Tages weist die Österreichische Gesellschaft für Pneumologie darauf hin, dass Asthma bei frühzeitiger Diagnose und konsequenter Anwendung moderner Therapiekonzepte in vielen Fällen vollständig kontrollierbar ist. 

Asthma bronchiale beruht auf einer chronischen Entzündungsreaktion der Bronchien, die häufig allergisch vermittelt ist, aber ebenso durch Tabakrauch, Luftschadstoffe oder berufliche Expositionen ausgelöst bzw. verstärkt werden kann. Die resultierende Atemwegsobstruktion führt zu Husten, pfeifender Atmung und Atemnot.

In Österreich sind rund 5 % der Erwachsenen und 10 % der Kinder betroffen, mit steigender Tendenz. Besonders im Kindesalter ist Aufmerksamkeit geboten, denn Asthma bronchiale stellt die häufigste chronische Lungenerkrankung im Kindesalter dar. Ein rascher Therapiebeginn ist dabei nicht nur für den aktuellen Gesundheitszustand der Kinder relevant, sondern auch für die weitere Lungenentwicklung und damit für die Lungengesundheit im Erwachsenenalter von zentraler Bedeutung.

Eine frühe Diagnosestellung ist entscheidend, weshalb bei Verdacht eine Überweisung zur pneumologischen Abklärung oder in eine Allergieambulanz erfolgen sollte. Zentrale diagnostische Schritte sind eine Lungenfunktionstestung zur Objektivierung der Obstruktion, Allergietest auf z.B. Pollen, Hausstaubmilben oder Tiere, ein Differenzialblutbild mit Bestimmung der Eosinophilen und eine FeNO-Messung zur Einschätzung der Typ‑2‑Inflammation. Diese Parameter ermöglichen eine Phänotypisierung und damit eine zielgerichtete, personalisierte Therapie.

Primäres Ziel der modernen Asthmatherapie ist eine vollständige Asthmakontrolle, mit Symptomfreiheit, Vermeidung von Exazerbationen und uneingeschränkter Alltagsbelastbarkeit.

Basis jeder Behandlung ist die inhalative Therapie, bestehend aus einem entzündungshemmenden und einem bronchodilatierenden Wirkstoff. Da die korrekte Anwendung für viele Patient:innen herausfordernd ist, sollte die Inhalationstechnik regelmäßig überprüft und geschult werden.

Bei allergischem Asthma ist die spezifische Immuntherapie ein zentraler Baustein, da sie kausal an der allergischen Pathophysiologie ansetzt. Für Patient:innen mit schwerem Asthma stehen mittlerweile fünf Biologika zur Verfügung (anti‑IgE, anti‑IL‑5/IL‑5R, anti‑IL‑4/13, anti‑TSLP), die abhängig vom Asthma‑Typ hochwirksam sind. Der Einsatz oraler Kortikosteroide sollte aufgrund potenzieller Nebenwirkungen möglichst vermieden werden.

Impfungen gegen Influenza, SARS‑CoV‑2, RSV und Pneumokokken tragen wesentlich zur Stabilisierung bei, da Atemwegsinfekte zu den häufigsten Triggern akuter Exazerbationen zählen.