Die Innsbrucker Univ.-Klinik für Nephrologie und Hypertensiologie ist ein Zentrum für die Diagnostik und Behandlung von Bluthochdruckerkrankungen, an dem neben Nierenerkrankungen auch hormonelle oder gefäßbedingte Ursachen untersucht und erforscht werden. Zudem wurde die Klinik erst kürzlich zum einzigen Expertisezentrum für seltene Nierenerkrankungen in Österreich ernannt.
Bei einer Pressekonferenz erklärt der neue Leiter, dass Nierenerkrankungen bereits etwa 10 % der Bevölkerung betreffen. Durch die alternde Bevölkerung und verbreiteten Risikofaktoren wie Bluthochdruck und Diabetes wird die Häufigkeit von Nierenerkrankungen weiter steigen. Man kann davon ausgehen, dass bis 2040 jede:r fünfte Österreicher:in von einer Nierenerkrankung betroffen ist.
Obwohl sich die Blutzuckerkontrolle insgesamt verbessert hat, ist Diabetes nach wie vor einer der häufigsten Gründe für eine Dialyse. Mögliche Maßnahmen zum Verhindern von Nierenerkrankungen sind körperliche Betätigung, salzarmes, mediterranes oder auch proteinarmes Essen.
Die Niere ist ein 'stilles Organ', viele Betroffene bemerken frühe Schäden nicht, daher ist ein Screening auf Albumin im Urin und die Bestimmung der geschätzten Filterleistung (eGFR) wichtig, vor allem bei Menschen mit Bluthochdruck oder Diabetes. In diesem Fall sollte dies bereits in jüngeren Jahren passieren. Niedergelassene Nephrolog:innen führen diese Screenings laut Andreas Kronbichler leider noch zu selten durch. Dabei könnten niedergelassene Kolleg:innen diese Aufgabe übernehmen und auch in der "Nachbetreuung", etwa nach Transplantationen, eine Hilfe sein.