Hausärzt:in 02/2024

Schluckbeschwerden gehören abgeklärt

Menschliche Grafik von einem Röntgen mit Speisröhre gelb markiert
Nur selten wird bei einer Dysphagie eine eosinophile Ösophagitis als Ursache vermutet
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Die eosinophile Ösophagitis (EoE) ist eine vorwiegend durch nutritive und aerogene Allergene induzierte spezifische Form der Speiseröhrenentzündung. Für Mediziner:innen stellt das Krankheitsbild zunehmend eine Herausforderung dar. Häufig werden die Symptome einer EoE verkannt respektive fehlgedeutet. Worauf Hausärzt:innen im Hinblick auf die Identifizierung der Patient:innen achten sollten, erklärt Priv.-Doz. Dr. Philipp Schreiner, Facharzt für Innere Medizin und Gastroenterologie, im Interview.

Medizinische Expertise
Philipp Schreiner

Priv.-Doz. Dr. Philipp Schreiner (Facharzt für Innere Medizin und Gastroenterologie, Klinische Abteilung für Gastroenterologie und Hepatologie, Universitätsklinik für Innere Medizin III, Medizinische Universität Wien)

HAUSÄRZT:IN: Die Symptome einer EoE ähneln der einer gastroösophagealen Refluxkrankheit. Wie gelingt eine Differentialdiagnose?

Doz. SCHREINER: Grundsätzlich können die EoE und die Refluxkrankheit sowohl unabhängig voneinander als auch nebeneinander vorliegen – manchmal beeinflussen sie sich gegenseitig. Die klinische Symptomatik beider Erkrankungen weist aber auch Unterschiede auf: Typische Symptome einer gastroösophagealen Refluxkrankheit sind saures Aufstoßen und Regurgitation von Mageninhalt – die Säure drückt quasi von unten nach oben. Das Leitsymptom der EoE ist die Dysphagie. Die Patient:innen haben das Gefühl, das Essen bleibe beim Transport vom Mund in den Magen im Ösophagus stecken.