Hausärzt:in 02/2024

„Appetitmangel aktiv begegnen“

Eine ältere Frau im Rollstuhl mit einem Gesundheitsbesucher, der zu Hause am Tisch sitzt.
Essen in sozialer Umgebung kann bei älteren Menschen appetitanregend wirken.
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Inappetenz und Gewichtsverlust sind ein häufiges Phänomen im Alter. EOÄ Dr.in Barbara Hoffmann im Interview über Früherkennung, Therapieoptionen und die Rolle von Dronabinol als Add-on-Möglichkeit. 

Medizinische Expertise
Barbara  Hoffmann

EOÄ Dr.in Barbara Hoffmann (Fachärztin für innere Medizin, Abteilung für Akutgeriatrie/Remobilisation, Zentrum für Altersmedizin, Klinikum Klagenfurt am Wörthersee)

HAUSÄRZT:IN: Appetitmangel ist ein sehr wichtiges Thema in der Altersmedizin und berührt viele unterschiedliche Disziplinen. Warum ist das so?

OÄ HOFFMANN: Appetitmangel tritt gerade bei älteren Menschen häufig auf, wobei zu Hause lebende und sozial eingebettete Senior:innen meist noch einen guten Ernährungsstatus aufweisen. Hingegen sind pflege- und institutionsbedürftige Patient:innen – abhängig vom Krankheitsbild und von der Schwere der Erkrankung – zu einem Großteil von Appetitmangel und daraus resultierender Mangelernährung betroffen. Wegen der vielfältigen möglichen Ursachen – wie der Kau- und Schluckprobleme per se, gastrointestinaler Erkrankungen, eingeschränkter Mobilität und eines vermehrten Selbsthilfedefizits –, aber auch aus sozialen Gründen und – sehr häufig – als Folge einer Polymedikation ist Appetitmangel als ein interdisziplinärer Risikofaktor anzusehen.