Hausärzt:in 01/2026
Ärzt:in Assistenz 2025

Management von interstitiellen Lungenanomalien

Ein Positionspapier der Österreichischen Gesellschaft für Pneumologie (ÖGP) und Österreichischen Röntgengesellschaft (ÖRG) gibt Empfehlungen für die Identifizierung möglicher Hochrisikopatient:innen, Diagnostik und Therapie.

Interstitielle Lungenanomalien (ILA) werden meist zufällig in der Computertomographie (CT) detektiert und sind ein potenzielles frühes Stadium von interstitiellen Lungenerkrankungen (ILD). Während ILA meist asymptomatisch sind, geht die ILD mit Kurzatmigkeit, Atemnot, trockener Husten einher. 

Die Prävalenz der ILA variiert zwischen 3 und 10 % in der Allgemeinbevölkerung, wobei das Risiko bei älteren Personen und Raucher:innen höher ist. ILA umfassen bilaterale und nicht-hypostasebedingte Milchglasveränderungen, retikuläre Anomalien, Traktionsbronchiektasien, Architekturstörungen und Honeycombing und betreffen mehr als 5 % einer Lungenzone.

Das Progressionsrisiko zu ILD liegt je nach Subtyp und Risikofaktoren zwischen 20 - 80 %, wobei Alter, Nikotinexposition, inhalative Noxen, thoraxchirurgische Eingriffe, pneumotoxische Therapien und abnorme Lungenfunktionsparameter relevant sind. Radiologisch erhöhen fibrotische ILA mit subpleuraler und basaler Prädominanz sowie eine größere Ausdehnung das Progressionsrisiko signifikant.

Das klinische Management basiert auf einer strukturierten Abklärung inklusive hochauflösender CT, Lungenfunktionsdiagnostik und Risikostratifizierung. Bei fehlenden Zeichen einer manifesten ILD empfiehlt sich ein individuelles Follow-up-Intervall von 6 bis 36 Monaten, abhängig vom Risikoprofil.

Das Positionspapier formuliert praxisnahe Empfehlungen zum Umgang mit ILA, mit dem Ziel, Hochrisikopatient:innen frühzeitig zu erkennen und unnötige diagnostische oder therapeutische Maßnahmen zu vermeiden.