Die sogenannte Ballenzehe an der Fußinnenseite gehört zu den häufigsten Fußerkrankungen. Man geht von einer Prävalenz von 23 % aus, wobei Frauen deutlich häufiger betroffen sind.
Die deformierte Zehe ist für die Betroffenen eine dauerhafte Einschränkung im Alltag, denn Schuhe drücken und es kommt zu Schmerzen beim Laufen. Zusätzlich kann es zu Druckstellen, Entzündungen und Fehlstellungen weiterer Zehen kommen. Die Ursache ist hauptsächlich die familiäre Veranlagung.
Die aktualisierte S2e-Leitlinie gibt eine Empfehlung zur Behandlung der Fehlstellung. Die Leitlinie empfiehlt, zuerst nicht-operative Möglichkeiten auszuschöpfen. Die konservativen Maßnahmen können die Fehlstellung zwar nicht korrigieren, lindern aber häufig die Schmerzen und verbessern die Beweglichkeit.
Eine Operation wird erst dann empfohlen, wenn trotz nicht-operativer Maßnahmen starke Beschwerden bestehen, die Lebensqualität eingeschränkt ist oder es wiederholt zu schmerzhaften Druckstellen kommt. Unabhängig von der gewählten Therapie betont die Leitlinie die Bedeutung einer umfassenden ärztlichen Aufklärung über Chancen, Risiken und auch über die längere Rehabilitationszeit nach einer Operation.
Es existiert eine Vielzahl an operativen Verfahren zur Korrektur der knöchernen Fehlstellung. Wissenschaftliche Arbeiten zeigten, dass alle gängigen Operationsverfahren die Fehlstellung deutlich verbessern. Auch die Zufriedenheit der Patient:innen steigt nach der Operation im Durchschnitt klar an, unabhängig von der Operationstechnik.