Trockenpulverinhalatoren (Dry Powder Inhalers, DPI) setzen für eine effektive pulmonale Wirkstoffdeposition einen ausreichend hohen inspiratorischen Spitzenfluss (Peak Inspiratory Flow, PIF) voraus. Daten aus dem Versorgungsalltag zur Fähigkeit von Asthma- und COPD-Patient:innen, den für ihr Inhalationssystem erforderlichen PIF zu erreichen, sind jedoch begrenzt.
In der nicht interventionellen Beobachtungsstudie PIF NIS wurden österreichische Asthma- und COPD-Patient:innen untersucht, die regelmäßig einen DPI verwendeten. Eingeschlossen waren 134 Asthma-Patient:innen (Medianalter 60 Jahre, überwiegend GINA-Stufe 1 bis 3, medianer ACT-Score 21) sowie 123 COPD-Patient:innen (Medianalter 69 Jahre, überwiegend GOLD-Grad 1/2, medianer CAT-Score 15). Der mediane PIF betrug 80 L/min bei Asthma bzw. 70 L/min bei COPD. Während alle Asthma-Patient:innen den für ihr Inhalationsgerät erforderlichen Mindest-PIF erreichten, verfehlten sechs COPD-Patient:innen (4,9 %) diesen Grenzwert. Darüber hinaus erreichten 17 Asthma-Patient:innen (12,7 %) und 29 COPD-Patient:innen (23,6 %) nicht den für ihr jeweiliges DPI als optimal definierten PIF.
Die Ergebnisse zeigen, dass ein relevanter Anteil von Asthma- und insbesondere COPD-Patient:innen nicht den für eine optimale Wirkstoffdeposition erforderlichen inspiratorischen Fluss erzielt. In Einzelfällen wird selbst der Mindest-PIF nicht erreicht, was eine verminderte Arzneimittelabgabe und damit potenziell eine unzureichende Krankheitskontrolle zur Folge haben kann. Die Studie unterstreicht die Bedeutung der PIF-Messung im klinischen Alltag und spricht dafür, die Wahl des Inhalationssystems an die individuellen Fähigkeiten der Patient:innen anzupassen sowie die Inhalationstechnik regelmäßig zu überprüfen und zu schulen.
"Auch die wirksamste inhalative Therapie kann ihr volles Potenzial nur bei korrekter Anwendung entfalten. Unsere Daten verdeutlichen, wie wichtig es ist, die individuellen Fähigkeiten und Bedürfnisse der Patient:innen bei der Auswahl des Inhalators zu berücksichtigen und die Inhalationstechnik regelmäßig zu kontrollieren", erklärt Dr. med. univ. Marcel Rowhani, Facharzt für Innere Medizin und Pneumologie.