Bei der Behandlung des lokal fortgeschrittenen Prostatakarzinoms erhalten Patient:innen häufig eine Hormontherapie zur Senkung des Testosteronspiegels. Üblicherweise erfolgt diese mittels Injektionen von LHRH-Agonisten, die die testikuläre Testosteronproduktion supprimieren.
Eine aktuelle Studie verglich die Wirksamkeit von LHRH-Agonisten-Injektionen mit einer transdermalen Östradioltherapie mittels Pflastern. Während die Injektionstherapie regelmäßige Krankenhaus- oder hausärztliche Kontakte erfordert, können Östradiolpflaster laut Studienprotokoll von den Patient:innen selbstständig zu Hause angewendet werden.
In die Studie wurden zwischen 2007 und 2022 insgesamt 1.360 Patient:innen aus 75 Zentren im Vereinigten Königreich eingeschlossen. Das mediane Alter betrug 72 Jahre; 85 % wiesen ein Tumorstadium T3 auf, 65 % waren im Lymphknotenstadium N0.
Das 3-Jahres-metastasenfreie Überleben betrug 87,1 % unter Östradiolpflastern gegenüber 85,9 % unter LHRH-Agonisten. Für das 5-Jahres-Gesamtüberleben ergaben sich Raten von 81,1 % versus 79,2 %. Unter der Therapie traten Hitzewallungen bei 44 % der Patient:innen unter Östradiolpflastern und bei 89 % unter LHRH-Agonisten auf. Eine Gynäkomastie wurde bei 85 % bzw. 42 % beobachtet.
Die Autor:innen betonen, dass die Ergebnisse dazu beitragen könnten, die Therapieentscheidung stärker zu individualisieren und Patient:innen mit lokal fortgeschrittenem Prostatakarzinom eine Wahl zwischen unterschiedlichen Formen der Hormontherapie zu ermöglichen, mit dem Ziel einer verbesserten Lebensqualität.