Aktuelle Zahlen zeigen: 30–50 % der Menschen, die regelmäßig Medikamente benötigen, nehmen diese nicht korrekt ein. Diese Non-Adhärenz führt zu reduziertem Therapieerfolg, höheren Sterberaten und erheblichen Mehrkosten für das Gesundheitssystem – Schätzungen zufolge 950 bis 44.000 US-Dollar pro Person und Jahr.
Eine mögliche Unterstützung bieten Gesundheits-Apps, die an die Einnahme erinnern und den Überblick erleichtern. Eine neue Studie prüfte, ob frei verfügbare Adhärenz-Apps die Erwartungen der Nutzenden erfüllen. Untersucht wurden zunächst fünf zentrale Funktionen: Einnahmehistorie, Diagramme, Statistiken, Belohnungen und Datenexport.
In Fokusgruppen und einer Online-Umfrage identifizierten die Forschenden drei zusätzliche, besonders gewünschte Features: professionelles Feedback zur Therapie, zusätzliche Empfehlungen und die Möglichkeit, die Daten mit einer Gesundheitsfachperson zu besprechen. Die Einnahmehistorie wurde als wichtigste Funktion bewertet, Belohnungen als unwichtigste. Die Zusatzfunktionen, die den Kontakt zu Fachpersonen ermöglichen, erhielten mittlere bis hohe Relevanz.
Aktuelle Adhärenz-Apps decken die Bedürfnisse der Patient:innen nur teilweise ab. Besonders gewünscht wird die Interpretation der Daten gemeinsam mit Ärzt:innen oder Apotheker:innen. Apps können den direkten Kontakt nicht ersetzen, aber sie bieten ein sinnvolles Werkzeug, um die Patient:innenversorgung zu ergänzen.