Hausärzt:in 6/2026
Ärzt:in Assistenz 2025

Generika mit hoher Versorgungsrelevanz

Generika sind ein zentraler Bestandteil der Arzneimittelversorgung in Österreich. Sie machen knapp die Hälfte aller Verordnungen aus, verursachen jedoch nur rund 14 % der Kosten. Der Österreichische Generikaverband fordert daher verlässliche und versorgungsorientierte Rahmenbedingungen, um die langfristige Verfügbarkeit dieser bewährten und kosteneffizienten Therapien zu sichern.

Generika sind ein zentraler Bestandteil der Arzneimittelversorgung in Österreich. Seit ihrer Einführung im Jahr 1994 ermöglichen sie den breiten Zugang zu bewährten Therapien und schaffen finanzielle Spielräume für innovative Behandlungsoptionen. Im Durchschnitt sind sie mehr als 65 % günstiger als die jeweiligen Originalpräparate. Dadurch können bei gleichem Mitteleinsatz mehr als doppelt so viele Patient:innen behandelt werden. Jeder zusätzliche Prozentpunkt an Generikaverordnungen spart rund 17 Millionen Euro, die für andere Therapiebereiche eingesetzt werden können. Besonders hoch ist der Generikaanteil bei Lipidregulatoren (89 %), Antihypertensiva (75 %) und Antidepressiva (69 %).

Die Bedeutung von Generika für eine nachhaltige und leistbare Arzneimittelversorgung wird auch im erstmals veröffentlichten Heilmittelreport 2026 des Dachverbands der Sozialversicherungsträger hervorgehoben. Generika entlasten das Gesundheitssystem und stellen insbesondere bei Lieferengpässen wichtige Therapiealternativen sicher. Voraussetzung dafür ist ihre langfristige Verfügbarkeit.

Gleichzeitig steht der Generikamarkt unter zunehmendem wirtschaftlichem Druck. Gesetzliche Vorgaben und kontinuierliche Preisreduktionen haben dazu geführt, dass eine Generikatablette im Durchschnitt nur noch rund 15 Cent kostet. Während regulatorische Anforderungen und Produktionskosten steigen, sind die wirtschaftlichen Spielräume vieler Hersteller weitgehend ausgeschöpft. Dies könnte mittel- bis langfristig die Zahl der Anbieter reduzieren und damit auch die Versorgungssicherheit beeinträchtigen.

Derzeit vertreiben zwölf Unternehmen Generika in Österreich, vier davon produzieren auch im Inland. Produktion und Vertrieb generieren Wertschöpfungseffekte von rund 2,5 Milliarden Euro und sichern etwa 19.000 Arbeitsplätze. Ein Euro direkter Wertschöpfung schafft zusätzlich 1,9 Euro in anderen Wirtschaftsbereichen. Der Beitrag der Branche zum österreichischen BIP lag 2024 bei rund 0,6 %

Aus Sicht des Österreichischen Generikaverbands sind verlässliche Rahmenbedingungen erforderlich, die sowohl Wettbewerb als auch Versorgungssicherheit fördern. Dazu zählen planbare Erstattungs- und Preisregelungen, die Berücksichtigung steigender Kosten sowie eine stärkere Einbindung von Versorgungskriterien in Erstattungsentscheidungen. Darüber hinaus gewinnt die Stärkung europäischer Produktions- und Lieferketten an Bedeutung, um die Resilienz der Arzneimittelversorgung zu erhöhen und Abhängigkeiten von Drittstaaten zu verringern.