Hausärzt:in 04/2026
Ärzt:in Assistenz 2025

Faktor-XI-Hemmer in der Schlaganfallprävention

Eine neue Studie mit österreichischer Beteiligung untersuchte, ob der Blutgerinnungsfaktor-XI-Hemmer Asundexian das Risiko eines erneuten Schlaganfalls bei Patient:innen nach ischämischem Ereignis reduzieren kann.

Patient:innen mit einem ischämischen Schlaganfall oder einer transitorischen ischämischen Attacke (TIA) haben ein erhöhtes Risiko für ein erneutes ischämisches Ereignis. Etwa 22 % der Überlebenden eines leichten Schlaganfalls oder einer TIA versterben innerhalb von fünf Jahren oder leben mit einer Behinderung. Standardmäßig erhalten diese Patient:innen nach dem Ereignis eine Thrombozytenaggregationshemmung. Bei einer dualen Plättchenhemmung ist jedoch das Blutungsrisiko erhöht.

In den vergangenen Jahren zeigte sich, dass niedrige Faktor-XI-Spiegel mit einem reduzierten Risiko für ischämische Schlaganfälle assoziiert sind. Asundexian ist ein oraler Inhibitor des aktivierten Faktors XIa. Ob die zusätzliche Gabe von Asundexian zur Thrombozytenaggregationshemmung im Vergleich zur alleinigen Thrombozytenaggregationshemmung die Sekundärprävention ischämischer Schlaganfälle verbessert, war bislang unklar.

In einer doppelblinden Phase-3-Studie wurden Patient:innen innerhalb von 72 Stunden nach Beginn eines nicht-kardioembolischen ischämischen Schlaganfalls oder einer Hochrisiko-TIA randomisiert einer Behandlung mit Asundexian oder Placebo zugeteilt, jeweils zusätzlich zu einer geplanten Einzel- oder dualen Thrombozytenaggregationshemmung. Eingeschlossen wurden Patient:innen mit mindestens einem der folgenden Kriterien: nicht-lakunärer Infarkt in der Bildgebung, anamnestische Atherosklerose oder Nachweis atherosklerotischer Plaques in der zerebrovaskulären Bildgebung.

Der primäre Wirksamkeitsendpunkt war das Auftreten eines ischämischen Schlaganfalls. Ein kombinierter sekundärer Endpunkt umfasste kardiovaskulären Tod, Myokardinfarkt oder Schlaganfall. Der primäre Sicherheitsendpunkt war das Auftreten schwerer Blutungen.

Unter den 12.327 randomisierten Patienten (6162 in der Asundexian-Gruppe und 6165 in der Placebo-Gruppe) war die Inzidenz ischämischer Schlaganfälle in der Asundexian-Gruppe niedriger als in der Placebo-Gruppe (6,2 % vs. 8,4 %). Auch der kombinierte sekundäre Endpunkt trat unter Asundexian seltener auf. Die Inzidenz schwerer Blutungen war zwischen beiden Gruppen vergleichbar (1,9 % in der Asundexian-Gruppe vs. 1,7 % in der Placebo-Gruppe).