Hausärzt:in 04/2026
Ärzt:in Assistenz 2025

Elafibranor in der Langzeitbehandlung der PBC

Auf dem The Liver Meeting 2025 der American Association for the Study of Liver Diseases (AASLD) wurden neue Langzeitdaten zur Behandlung der primär biliären Cholangitis (PBC) mit Elafibranor vorgestellt.

Die primäre biliäre Cholangitis (PBC) ist eine seltene cholestatische Lebererkrankung, die durch eine progrediente Destruktion der interlobulären Gallengänge gekennzeichnet ist und langfristig zu Cholestase und Leberfibrose führt. Elafibranor, ein dualer Agonist des Peroxisom-Proliferator-aktivierten Rezeptors (PPAR)-α/δ, ist auf Basis der Phase‑III‑Studie ELATIVE als Zweitlinientherapie bei Patient:innen mit PBC zugelassen.

Die aktuellen Daten stammen aus der laufenden Open-Label-Extension (OLE) der ELATIVE-Studie mit einer Nachbeobachtungszeit von über drei Jahren und einer Gesamtexposition gegenüber Elafibranor von bis zu 4,5 Jahren.

Ein besonderer Fokus lag auf patientenberichteten Endpunkten, insbesondere Fatigue und Pruritus, die wesentliche, klinisch relevante Symptome der Krankheitslast bei PBC darstellen. Bei Patient:innen mit moderater bis schwerer Fatigue zu Studienbeginn (PROMIS Fatigue Short Form 7a T‑Score ≥60) zeigten sich bereits ab Woche 4 signifikante Verbesserungen, die bis Woche 156 anhielten. Vergleichbare frühe und nachhaltige Effekte wurden bei Patient:innen mit moderatem bis schwerem Pruritus (Worst-Itch Numeric Rating Scale ≥4) beobachtet.

Darüber hinaus zeigte Elafibranor ein frühes und anhaltendes biochemisches Ansprechen. Senkungen der alkalischen Phosphatase (ALP) traten bereits ab Woche 4 auf und persistierten bis Woche 182. Mehr als 60 % der Patient:innen erreichten dabei eine Reduktion der ALP um ≥40 % gegenüber dem Ausgangswert. Gleichzeitig blieben die Bilirubinwerte stabil. Auch Marker der Leberfunktion und Fibrose, einschließlich Albumin, Gamma-Glutamyltransferase (GGT) und Alanin-Aminotransferase (ALT), zeigten im Langzeitverlauf stabile beziehungsweise rückläufige Verläufe.

Das Sicherheitsprofil von Elafibranor blieb konsistent mit den bisherigen Erkenntnissen. Es wurden keine unerwünschten Ereignisse von besonderem Interesse (AESIs) wie CPK-Erhöhungen, Myalgien oder Rhabdomyolyse beobachtet, und es ergaben sich keine neuen sicherheitsrelevanten Signale.