Hausärzt:in 04/2026
Ärzt:in Assistenz 2025

D1/D5-Rezeptoragonist Tavapadon bei Parkinson

Zwei neue Studien untersuchten den D1/D5-Dopaminrezeptoragonisten Tavapadon hinsichtlich seiner Wirksamkeit und Sicherheit bei der Behandlung des Morbus Parkinson.

Levodopa stellt weiterhin die Standardtherapie bei Morbus Parkinson dar, ist jedoch im Krankheitsverlauf häufig mit zunehmenden OFF-Phasen und motorischen Fluktuationen assoziiert. Vor diesem Hintergrund wurde der D1/D5-Rezeptoragonist Tavapadon in zwei Phase-III-Studien (TEMPO-1 und TEMPO-3) sowohl als Monotherapie im Frühstadium als auch als Add-on zur Levodopa-Therapie bei fortgeschrittenem Parkinson untersucht.

In der TEMPO-3-Studie erhielten 507 Patient:innen mit motorischen Fluktuationen unter stabiler Levodopa-Dosis (≥400 mg/Tag) Tavapadon oder Placebo über 26 Wochen. Die Erkrankungsdauer betrug im Mittel 6,7 Jahre, die durchschnittliche OFF-Time zu Studienbeginn 5,5 Stunden pro Tag. Unter Tavapadon (5–15 mg einmal täglich, titriert bis Woche 14) kam es zu einer Zunahme der ON-Time um durchschnittlich 1,70 Stunden pro Tag gegenüber 0,60 Stunden unter Placebo. Die OFF-Time reduzierte sich um 1,88 Stunden im Verumarm versus 0,93 Stunden in der Kontrollgruppe. Das Sicherheitsprofil war insgesamt günstig, mit überwiegend milden bis moderaten unerwünschten Ereignissen. Am häufigsten traten Übelkeit (14,3 %), Dyskinesien (10,0 %) und Schwindel (7,6 %) auf.

In der TEMPO-1-Studie wurde Tavapadon als Monotherapie bei 529 Patient:innen im frühen Krankheitsstadium (Erkrankungsdauer im Mittel 0,7 Jahre) untersucht, die entweder keine oder nur eine sehr kurze dopaminerge Vorbehandlung erhalten hatten. Die Teilnehmenden erhielten über 26 Wochen täglich 5 mg oder 15 mg Tavapadon oder Placebo. Primärer Endpunkt war die Veränderung im MDS-UPDRS-Score. Unter Tavapadon zeigte sich eine Verbesserung um −9,7 Punkte (5 mg) beziehungsweise −10,2 Punkte (15 mg), während sich der Score unter Placebo um +1,8 Punkte verschlechterte. Auch hier war das Sicherheitsprofil insgesamt günstig, mit überwiegend milden bis moderaten Nebenwirkungen, insbesondere Übelkeit (25,4 %), Kopfschmerzen (16,7 %) und Schwindel (12,7 %).

Ein Zulassungsantrag bei der FDA wurde bereits eingereicht.