Die Empfehlungen wurden im Auftrag der EULAR (European Alliance of Associations for Rheumatology) von einer internationalen Arbeitsgruppe aus 50 Expert:innen unter der Leitung der MedUni Wien entwickelt. Ziel des Updates war die Bereitstellung klarer, evidenzbasierter Leitlinien, die sowohl den therapeutischen Fortschritt als auch die zunehmende Komplexität der Behandlung der rheumatoiden Arthritis (RA) abbilden.
In den vergangenen Jahren hat sich das therapeutische Spektrum deutlich erweitert und umfasst konventionelle, synthetische, biologische sowie zielgerichtete synthetische DMARDs. Entsprechend verlagert sich der Fokus der aktualisierten Empfehlungen von der Auswahl einzelner Substanzen hin zur Optimierung von Behandlungsstrategien. Zentrales Prinzip bleibt der Treat-to-Target-Ansatz mit dem Ziel einer Remission bzw. zumindest niedriger Krankheitsaktivität. Ein früher Therapiebeginn sowie eine regelmäßige Anpassung bei Nichterreichen definierter Ziele werden ausdrücklich betont. Therapieentscheidungen sollen neben Wirksamkeit und Sicherheit auch patientenspezifische Faktoren, Präferenzen und Komorbiditäten berücksichtigen.
In der Pharmakotherapie bleibt Methotrexat (MTX) die Erstlinientherapie. Glukokortikoide werden weiterhin als kurzfristige Bridging-Therapie empfohlen. Bei inadäquatem Ansprechen ist der Einsatz biologischer DMARDs indiziert, während JAK-Inhibitoren nach individueller Nutzen-Risiko-Abwägung erwogen werden können. Bei persistierender Remission wird eine Dosisreduktion gegenüber einem vollständigen Absetzen bevorzugt.
Trotz signifikanter Fortschritte bestehen weiterhin Herausforderungen, insbesondere hinsichtlich der interindividuellen Variabilität des Therapieansprechens. Eine kurative Therapie ist nach wie vor in der Regel nicht erreichbar.