Hausärzt:in 02/2026
Ärzt:in Assistenz 2025

Impfen in der Apotheke

Die Österreichische Bundesregierung hat eine Grundsatzentscheidung zur Ausweitung des Impfangebots getroffen. 

Kürzlich wurde bei einem Pressetermin der Vorsitzenden der Regierungsparteien verkündet, dass es ab dem kommenden Jahr möglich sein soll, sich in Apotheken impfen zu lassen. 

Die Apothekerkammer begrüßt den Schritt der Bundesregierung und sieht es als wichtigen Schritt, den Zugang zu Impfungen zu erleichtern und die Durchimpfungsrate zu erhöhen. Ulrike Mursch-Edlmayr, Präsidentin der Österreichischen Apothekerkammer erklärt dazu: "Beim Impfangebot gilt das Prinzip: je vielfältiger und wohnortnäher, desto besser für die Gesundheit der einzelnen Menschen und für das gesamte Gesundheitssystem. Apotheken verfügen über eine flächendeckende Infrastruktur in ganz Österreich, lange Öffnungszeiten und genießen hohes Vertrauen in der Bevölkerung. Die Einbindung der Apotheker:innen in das Impfgeschehen ist daher ein logischer und sinnvoller Schritt, um die Durchimpfungsraten zu steigern und das bestehende Angebot von Ärzt:innen sinnvoll, niederschwellig und serviceorientiert zu ergänzen. Die Apothekerschaft steht für die Umsetzung dieses wichtigen gesundheitspolitischen Vorhabens bereit".

Rund 3.000 Apotheker:innen haben bereits die erforderliche Impfausbildung auf höchstem internationalem Niveau erfolgreich absolviert.

Die Österreichische Ärztekammer (ÖÄK) dagegen lehnt Impfungen in Apotheken ab. Johannes Steinhart, Präsident der Österreichischen Ärztekammer erklärt: "Impfungen sind mehr als nur ein Stich, sie sind ein komplexer Prozess, in dem nur die Ausbildung, die Expertise und die Erfahrung in jeder Situation von Ärzt:innen die maximale Patientensicherheit garantiert. Zwölf Jahre harte Ausbildung können nicht mit einem Wochenendkurs aufgewogen werden. Die beste medizinische Beratung und Versorgung von Patient:innen können nur Ärzt:innen leisten. Patientensicherheit sollte oberste Priorität haben, wir lehnen diese Maßnahme daher ab".

Um die Impfrate zu verbessern, schlägt die ÖÄK stattdessen vor, das Beschaffungs- und Bestellwesen der Impfstoffe zu optimieren. Außerdem sagt Naghme Kamaleyan-Schmied, Obmann-Stellvertreterin in der Bundeskurie niedergelassene Ärzte und Vizepräsidentin der Kammer für Ärztinnen und Ärzte in Wien: "Wenn man wirklich Verbesserungen in der Versorgung der Bevölkerung erreichen möchte, sollte man eine Verkürzung der Wege ermöglichen. Wenn Patient:innen Impfstoffe und Medikamente im Sinne eines One-Stop-Konzepts direkt von der Ärzt:in in den Ordinationen bzw. beim Hausbesuch bekommen, ersparen sie sich den zusätzlichen Weg in die Apotheke". 

Es wurde angekündigt, dass Gesundheitsministerin Korinna Schumann (SPÖ) beauftragt wurde, jetzt ein Modell auszuarbeiten. In den nächsten Wochen werden die Gespräche mit den Systempartnern beginnen.