Hausärzt:in 02/2026
Ärzt:in Assistenz 2025

Europäischer Radiologenkongress in Wien

Europas größter Kongress für medizinische Bildgebung (ECR) findet vom 4. März bis 8. März unter dem Motto "Rays of Knowledge" im Austria Center statt. Der Kongress wird auf die Fortschritte in der Bildgebung eingehen und die bedeutende Rolle der Radiologie bei der Diagnose von zum Beispiel Kopf-Hals-Tumoren thematisieren. 

Kopf-Hals-Tumore wie Kehlkopfkrebs, Rachenkarzinome und Mundhöhlenkrebs liegen mit 500.000 Neuerkrankungen pro Jahr weltweit auf dem 6. Platz der häufigsten Krebserkrankungen. Die Zahl dieser Krebserkrankungen haben in den letzten 30 Jahren deutlich zugenommen. Während Frühstadien mit 70-90 % eine gute 5-Jahres-Überlebensrate haben, fällt die Überlebensrate bei lokal fortgeschrittenen Tumoren oft auf unter 35 % und damit ist es eine der tödlichsten Krebserkrankungen.

Hauptursachen für Hals-Kopf-Tumore sind das Rauchen und übermäßiger Alkoholkonsum sowie eine Kombination aus beidem. Eine steigende Ursache sind HPV-Viren, insbesondere HPV16. Die HPV-Impfung ist ein wichtiger Schutz vor späteren Krebserkrankungen. 

Eine erfolgreiche Therapie setzt eine präzise Diagnostik voraus. Bei malignen Tumoren im Kopf-Hals-Bereich ist die radiologische Bildgebung mittels CT, MRT und PET-CT essenziell zur Beurteilung der Tumorausdehnung, der Infiltration angrenzender Strukturen sowie zum Nachweis von Metastasen.

Radiologie spielt zudem eine zentrale Rolle in Therapieplanung und Nachsorge, insbesondere aufgrund des Rezidivrisikos von 15–50 %. Zunehmend entwickelt sich die Radiologie von einer rein anatomisch hin zu einer funktionellen und quantitativen Bildgebung.

Die MRT bietet einen hohen Weichteilkontrast, damit lassen sich Tumor, Muskel, Speicheldrüsen, Schleimhaut, Fett und Nerven gut voneinander abgrenzen. Damit lassen sich die Ausdehnungen und Infiltrationen bestimmen, was wesentlich für die Stadieneinteilung des Hals-Kopf-Tumors und die Grundlage für OP- und Strahlentherapieplanung ist. Die CT-Untersuchung bietet eine schnelle Basisdiagnostik und zeigt mögliche Knochenbeteiligungen, wie einen Befall des Unterkiefers oder der Schädelbasis, an. Außerdem bieten überlagerungsfreie, präzise Schnittbilder die Möglichkeit, Ausdehnungen, Luftwege und Nachbarbeziehungen des Tumors in 3D darzustellen. Eine Ergänzung bietet das PET-CT, die es ermöglicht. den Tumorstoffwechsel sichtbar zu machen. Damit können Lymphknoten- und Fernmetastasen besser erkannt werden. Zusätzlich können in der Nachsorge Narben- und Entzündungsreaktionen besser von Krebsrückfällen unterschieden werden.

Neue Techniken und Hybridverfahren, wie PET/MR, spektrale CTs oder Dual-Energy-CTs präzisieren die Diagnostik. Zusätzlich werden Prognose- und Reponse-Modelle durch Radiomics und KI verbessert. 

Die Fortschritte in Diagnose und Behandlung haben bereits zu verbesserten Prognosen bei Mandel-, Zungen- und Mundhöhlenkrebs geführt. Der Kongress wird thematisieren, welche Beiträge die Radiologie in Zukunft noch leisten kann. 

Mehr Informationen zum Kongress erhalten Sie hier.