Infektionen mit multiresistenten Erregern (MRE), bei denen mehrere Antibiotika wirkungslos sind, kommen immer häufiger vor und erschweren die Behandlung. Reserveantibiotika können in diesen Fällen die letzte Therapieoption sein und müssen daher besonders verantwortungsvoll eingesetzt werden, um Resistenzen zu vermeiden.
Die Leitlinie soll helfen, geeignete Reserveantibiotika auszuwählen. Daher besteht die Leitlinie aus erregerspezifischen Kapiteln, diese enthalten detaillierte Darstellungen der jeweils relevanten Resistenzmechanismen sowie Empfehlungen zum Einsatz verfügbarer Reserveantibiotika. Die Empfehlungen differenzieren nach Resistenztyp und Infektionslokalisation, um eine indikationsgerechte und zielgerichtete Anwendung zu unterstützen.
Die Leitlinie unterstreicht, dass eine sorgfältige mikrobiologische Diagnostik zentral für die Behandlungsentscheidungen ist. Hierzu empfehlen die Autor:innen den Einsatz von mindestens zwei unabhängigen Verfahren zur Erregeridentifikation und Resistenzbestimmung. Bei schweren Infektionen durch gramnegative Bakterien sollte zudem eine differenzierte Resistenzmechanismusanalyse erfolgen, insbesondere zum Nachweis oder Ausschluss von Metallo-Beta-Laktamasen.