Bei Patient:innen mit einer onkologischen Erkrankung kommt es krankheits- oder therapiebedingt häufig zu einem ungewollten Gewichtsverlust. Vor diesem Hintergrund hat die Prävention und frühzeitige Behandlung einer Mangelernährung einen hohen Stellenwert im therapeutischen Gesamtkonzept.
Restriktive Ernährungsformen, sogenannte Krebsdiäten sowie Fastenprogramme sind daher nicht geeignet und können das Risiko einer Mangelernährung zusätzlich erhöhen. Der Ernährungszustand hat einen maßgeblichen Einfluss auf den Krankheitsverlauf sowie auf die Verträglichkeit und Wirksamkeit onkologischer Therapien. Eine manifeste oder drohende Mangelernährung ist mit einer erhöhten Komplikationsrate, einer verminderten Therapietoleranz, potenziellem Therapieversagen sowie einer gesteigerten Mortalität assoziiert.
Die Leitlinie ordnet daher mit elf Empfehlungen verschiedene Ernährungsformen ein, wie z.B. vegane, ketogene Ernährung oder sogenannte Krebsdiäten nach Breuß.
Während für eine vegetarische oder vegane Ernährung die Evidenz noch fehlt, um eine Empfehlung dafür oder dagegen auszusprechen, wird von strikten Diätvorschriften abgeraten. Dazu zählen Fasten, ketogene Diäten sowie die Diäten nach Budwig und Breuß. Diese schränken die Ernährung ein und bergen damit das Risiko von Mangelernährung und Gewichtsverlust.
Des Weiteren wurde ein neues Kapitel zur Ernährung bei operativer Tumortherapie hinzugefügt. Die zwölf neuen Empfehlungen sehen unter anderem vor, dass der Ernährungsstatus vor und nach größeren onkochirurgischen Eingriffen mehrfach erhoben wird. Patient:innen, die voraussichtlich über mehrere Tage nach der Operation keine feste Nahrung zu sich nehmen können, sollten umgehend künstlich ernährt werden. Für die präoperative Phase empfiehlt die Leitlinie unter anderem, dass Patient:innen mit hohem Risiko, wie einem starken Gewichtsverlust innerhalb kurzer Zeit, zunächst eine Ernährungstherapie erhalten sollten, auch wenn sich dadurch der Operationstermin verschiebt.