Die Medizinische Universität Innsbruck führte eine abwasserbasierte epidemiologische Analyse in 18 Kläranlagen in Österreich durch. Untersucht wurden Rückstände verschiedener psychoaktiver Substanzen, darunter THC (Cannabis), Kokain, Amphetamin (Speed), MDMA (Ecstasy), Methamphetamin (Crystal Meth), Ketamin sowie Alkohol- und Nikotinmetabolite. Ketamin wurde in dieser Untersuchung erstmals berücksichtigt; die Interpretation der Daten erfolgt aufgrund der medizinischen Anwendung jedoch mit entsprechender Zurückhaltung.
Die Studienautor:innen berichten: "Eine Einwohner:in aus einer der 18 untersuchten Regionen in Österreich trinkt im Schnitt täglich ein Glas Wein, raucht drei bis vier Zigaretten und konsumiert 0,07 Joints sowie rund zwei Milligramm an aufputschenden Drogen". Dies entspricht den Werten aus 2024, es kam nur zu einem Anstieg bei aufputschenden Drogen (vormals 1,5 Milligramm).
Während sich für Alkohol- und Nikotinkonsum eine relativ homogene Verteilung innerhalb Österreichs zeigt, besteht bei illegalen Substanzen eine deutliche regionale Variabilität. Cannabis stellt in allen Regionen die dominierende Substanz dar, mit höheren Konsummustern im urbanen gegenüber dem ländlichen Raum.
Unter den Stimulanzien weist Kokain die höchste Prävalenz auf. Regional zeigen sich höhere Pro-Kopf-Verbräuche in Westösterreich, mit den höchsten Werten weiterhin in Kufstein. Bemerkenswert ist, dass Kokain die einzige untersuchte Substanz mit einem kontinuierlichen Anstieg über die letzten Jahre ist. Österreichweit wurde ein Zuwachs von etwa 20 % verzeichnet.
Für Amphetamine wurden die höchsten Pro-Kopf-Konsummengen in Guntramsdorf (Niederösterreich) und Ried im Innkreis (Oberösterreich) festgestellt. Methamphetamin zeigt die höchsten Werte in Wien und Wiener Neustadt. Auch MDMA wird vermehrt in urbanen Zentren wie Wien, Graz und Innsbruck konsumiert.
Zusätzlich lassen sich klare zeitliche Konsummuster erkennen: In zahlreichen Regionen wurden an Wochenenden erhöhte Rückstände von Alkohol, Kokain und MDMA nachgewiesen, was mit deren typischer Nutzung im Freizeit- und Partykontext korreliert.