SGLT2-Hemmer und GLP-1-Agonisten sind häufig der zweite Blutzuckersenker, wenn trotz einer Behandlung mit Metformin die HbA1c-Werte ansteigen.
Die Forscher:innen nutzten für ihre Analyse die Daten mehrerer dänischer Patientenregister. Sie verglichen Personen, die sich in den meisten Eigenschaften glichen. Außer eine Gruppe begann eine Behandlung mit einem SGLT2-Hemmer, während die andere neu einen GLP-1-Agonisten verordnet bekamen.
Nach der Verordnung von SGLT2-Inhibitoren entwickelten die Betroffenen seltener eine chronische Niereninsuffizienz. Die 5-Jahres-Inzidenz betrug in der SGLT2-Inhibitoren-Gruppe 6,7 % gegenüber 8,2 % in der GLP-1-Agonisten-Gruppe. Ein akutes Nierenversagen, das in der Regel reversibel ist, kam in der SGLT2-Inhibitoren-Gruppe 25,2 Mal pro 100 Personen gegenüber 28,7 Mal in der GLP-1-Agonisten-Gruppe vor.
Nach der Verordnung der GLP-1-Agonisten kam es dagegen seltener zu einer Albuminurie, und auch die Mortalität war tendenziell geringer. Im Verlauf von 5 Jahren wurde bei 16,1 % aus der SGLT2-Inhibitoren-Gruppe eine Albuminurie diagnostiziert gegenüber 15,0 % aus der GLP-1-Agonisten-Gruppe. Innerhalb von 5 Jahren starben 9,7 % der Teilnehmenden aus der SGLT2-Inhibitoren-Gruppe im Vergleich zu 9,3 % Personen aus der GLP-1-Agonisten-Gruppe.
SGLT2-Inhibitoren und GLP-1-Agonisten könnten demnach unterschiedliche Wirkungen auf die Nierenfunktion haben. SGLT2-Inhibitoren könnten helfen, einen Abfall der eGFR zu vermeiden, während GLP-1-Agonisten eher eine Albuminurie verhindern.