Die richtige Wahl des Wirkstoffs bestimmt bei der Behandlung der Hypertonie die Adhärenz der Betroffenen und damit den Erfolg der Therapie. Ein hoher Blutdruck erzeugt in der Regel keine Beschwerden. Daher kann es schwierig sein, Patient:innen von der Notwendigkeit der täglichen Einnahme der Medikamente zu überzeugen, besonders, wenn die Behandlung mit Nebenwirkungen verbunden ist.
Eine Registeranalyse untersuchte jetzt die Adhärenz von 341.182 Patient:innen, die erstmals Antihypertonikum verordnet bekamen. Es wurde eine kontinuierliche Persistenz, bei der sämtliche Rezepte eingelöst wurden, von einer Punktpersistenz, bei der mehr als 80 % der Rezepte eingelöst wurden, unterschieden.
In beiden Analysen erzielten Sartane die höchste Therapietreue. Die kontinuierliche Persistenz nach 5 Jahren betrug 34,4 % bei Frauen und 31,0 % bei Männern, im Vergleich zu 18,5 % beziehungsweise 19,5 % bei den ACE-Hemmern. Kalziumkanalblocker wurden von 22,8 % der Frauen und 23,3 % der Männer und Thiaziddiuretika von 20,1 % beziehungsweise 16,1 % regelmäßig eingenommen.
Bei der Punktpersistenz war die Adhärenz insgesamt deutlich besser. Sartane erzielten nach 5 Jahren mit 80,2 % bei beiden Geschlechtern die höchste Therapietreue und ACE-Hemmer mit 42,0 % bei Frauen und 49,5 % bei Männern die schlechtesten Werte. Kalziumkanalblocker wurden von 59,0 % beziehungsweise 64,5 %, und Thiaziddiuretika von 55,6 % beziehungsweise 52,1 % an wenigstens 80 % der Tage eingenommen.
Die Unterschiede in der Adhärenz können möglicherweise durch Nebenwirkungen erklärt werden. ACE-Hemmer verursachen zum Beispiel häufiger Reizhusten, der zwar nicht gefährlich ist, viele Menschen aber stört. Sartane sind besser verträglich.