Hausärzt:in 01/2026
Ärzt:in Assistenz 2025

Vorhofflimmern mit der Smartwatch erkennen

Eine neue niederländische Studie untersuchte, ob "Wearables" wie eine Smartwatch dabei helfen können, Herzrhythmusstörungen früher und zuverlässiger zu entdecken als bisherige Methoden.

Vorhofflimmern ist die häufigste kardiale Arrhythmie und eine wesentliche Ursache für Schlaganfälle. Es bleibt aufgrund seines paroxysmalen und häufig asymptomatischen Verlaufs oft undiagnostiziert.

An der Studie nahmen 437 Patient:innen über 65 Jahre mit erhöhtem Schlaganfallrisiko teil. Die Hälfte der Teilnehmer:innen trug sechs Monate lang eine Smartwatch für mindestens 12 Stunden am Tag, die andere Hälfte erhielt die medizinische Standardversorgung. Zwei Funktionen der Smartwatch wurden dabei verwendet: die optische Pulsmessung PPG (Photoplethysmographie) und ein einfaches EKG (Elektrokardiogramm). 

Neu aufgetretenes Vorhofflimmern wurde bei 21 (9,6 %) Patient:innen der Interventionsgruppe diagnostiziert und nur bei 5 (2,3 %) der Kontrollgruppe. Mehrere asymptomatische Vorhofflimmerepisoden wurden ausschließlich in der Interventionsgruppe detektiert, während paroxysmales Vorhofflimmern in beiden Gruppen auftrat. Jedoch kam es auch zu Fehlalarmen, denn bei 72 Patient:innen schlug die Uhr an, aber nur in etwa der Hälfte der Fälle lag tatsächlich Vorhofflimmern vor.

Handelsübliche Smartwatches können Herzrhythmusstörungen erkennen. Die Autor:innen erklären dazu, vor dem Hintergrund eines zunehmend überlasteten Gesundheitssystems, ermöglichen tragbaren Geräte in der Zukunft, große Bevölkerungsgruppen einfacher medizinisch zu überwachen.