Vorhofflimmern ist die häufigste kardiale Arrhythmie und eine wesentliche Ursache für Schlaganfälle. Es bleibt aufgrund seines paroxysmalen und häufig asymptomatischen Verlaufs oft undiagnostiziert.
An der Studie nahmen 437 Patient:innen über 65 Jahre mit erhöhtem Schlaganfallrisiko teil. Die Hälfte der Teilnehmer:innen trug sechs Monate lang eine Smartwatch für mindestens 12 Stunden am Tag, die andere Hälfte erhielt die medizinische Standardversorgung. Zwei Funktionen der Smartwatch wurden dabei verwendet: die optische Pulsmessung PPG (Photoplethysmographie) und ein einfaches EKG (Elektrokardiogramm).
Neu aufgetretenes Vorhofflimmern wurde bei 21 (9,6 %) Patient:innen der Interventionsgruppe diagnostiziert und nur bei 5 (2,3 %) der Kontrollgruppe. Mehrere asymptomatische Vorhofflimmerepisoden wurden ausschließlich in der Interventionsgruppe detektiert, während paroxysmales Vorhofflimmern in beiden Gruppen auftrat. Jedoch kam es auch zu Fehlalarmen, denn bei 72 Patient:innen schlug die Uhr an, aber nur in etwa der Hälfte der Fälle lag tatsächlich Vorhofflimmern vor.
Handelsübliche Smartwatches können Herzrhythmusstörungen erkennen. Die Autor:innen erklären dazu, vor dem Hintergrund eines zunehmend überlasteten Gesundheitssystems, ermöglichen tragbaren Geräte in der Zukunft, große Bevölkerungsgruppen einfacher medizinisch zu überwachen.