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Arzneipflanze 2026: Hopfen vom Bier zur Heilpflanze

Hopfen
Der Hopfen zählt zur Pflanzenfamilie der Hanfgewächse.
© Meg Macdonald/unsplash.com
Am 28. Jänner wurde offiziell die Arzneipflanze des Jahres 2026 von der Herbal Medicinal Products Platform Austria (HMPPA) preisgegeben: der Hopfen, auch Humulus lupulus L. genannt. 
Inhaltsverzeichnis
Medizinische Expertise
Christian W. Gruber

Assoc. Prof. Dr. Christian W. Gruber (HMPPA Vizepräsident, Zentrum für Physiologie und Pharmakologie der Medizinischen Universität Wien)

Chlodwig Franz

em. o. Univ.-Prof. DI Dr. Chlodwig Franz (HMPPA Vizepräsident, Abteilung Funktionelle Pflanzenstoffe der Vetmeduni Wien)

Hermann Stuppner

Univ.-Prof. i.R. Mag. Dr. Hermann Stuppner (HMPPA Präsident, Institut für Pharmazie und Pharmakognosie der Universität Innsbruck)

Simone Moser

Univ.-Prof.in Dr.in Simone Moser (Institut für Pharmazie und Pharmakognosie an der Universität Innsbruck)

Jost Langhorst

Univ.-Prof. Dr. Jost Langhorst (Chefarzt der Klinik für Integrative Medizin und Naturheilkunde der Sozialstiftung Bamberg und Lehrstuhl für Integrative Medizin mit Schwerpunkt translationale Gastroenterologie der Universität Duisburg-Essen)

Seit dem Jahr 2017 kürt die HMPPA jährlich die österreichische Arzneipflanze des Jahres. Es wurden bereits die Artischocke (2025), der Safran (2024), der Rosenwurz (2023), der Gelbe Enzian (2022), die Mariendistel (2021), der Lavendel (2020), das Edelweiß (2019), das Cannabis (2018) und das Mutterkraut (2017) ausgezeichnet. Die Auswahl der Arzneipflanze 2026 erfolgte nach festgelegten Kriterien. Univ.-Prof. i.R. Mag. Dr. Hermann Stuppner listet hierbei den Bezug zu Österreich, die wissenschaftliche Aktualität, die Bedeutung in Medizin und Pharmazie, die wirtschaftliche Relevanz, neue mögliche Indikationsgebiete sowie aktuelle Entwicklungen in den Bereichen Qualität und Kultivierung auf. Unter Berücksichtigung dieser Kriterien entschied sich die HMPPA für den Hopfen als Österreichische Arzneipflanze des Jahres 2026.

Zunächst eine erfreuliche Nachricht für ein Land, das sich in Sachen Bierkonsum im weltweiten Spitzenfeld befindet. Wenn man jedoch das volle Potential der Arzneipflanze 2026 entfalten möchte, sind andere Darreichungsformen deutlich besser geeignet. Zwar sind gesundheitlich förderliche Stoffe im Hopfen, aber die Konzentration im Bier ist gering und variiert stark je nach Biersorte. Sie reichen also nicht aus, um eine therapeutische Wirkung zu erzielen oder den negativen Effekt des Alkoholgehalts zu konterkarieren.