Hausärzt:in 12/2025
Ärzt:in Assistenz 2025

Die Grippewelle hält an

Kammer für Ärztinnen und Ärzte in Wien fordern Influenza-Test als Kassenleistung und flächendeckender Einsatz von CRP-Tests.

Die Grippewelle hält an, ein Abflachen ist bisher nicht abzusehen. Dies spiegelt sich auch in der Anzahl an Hospitalisierung in Wien wider, die bereits den Höchststand der vergangenen Saison um rund ein Viertel übersteigt. Meist steigen die Zahlen nach den Weihnachtsferien, mit Schulbeginn nochmal deutlich an. Die Ordinationen in Wien werden laut Ärztekammer bereits überrannt und sind am Limit. Das Zentrum für Virologie der MedUni Wien weist auf einen Anstieg der Influenza-Aktivität in Österreich hin. Außerdem zeigt sich zusätzlich auch eine Zunahme von Adeno-, Parainfluenza- und saisonalen Coronaviren sowie von SARS-CoV-2.

Daher wäre es wichtig, dass Ärzt:innen die Möglichkeit haben im Verdachtsfall zu testen. Naghme Kamaleyan-Schmied, Vizepräsidentin und Kurienobfrau der niedergelassenen Ärzte der Kammer für Ärztinnen und Ärzte in Wien erklärt: "Dies betrifft einerseits Influenza-Tests, um verlässlich zwischen einer Influenza-Infektion und einem grippalen Infekt unterscheiden zu können. Außerdem wäre der flächendeckende Einsatz von sogenannten CRP-Schnelltests wichtig, um bakterielle Erkrankungen verlässlich zu diagnostizieren und gezielt mit Antibiotikagabe therapieren zu können." Es gibt Influenza-Tests, diese müssen jedoch von Patient:innen privat bezahlt werden. Der Einsatz von CRP-Schnelltests in den Ordinationen ist durch die Krankenkasse stark limitiert.

"Virale Infekte können bekanntermaßen nicht mit Antibiotika therapiert werden. Eine fälschliche Gabe von Antibiotika ist also nicht nur sinnlos, sondern führt zu einem Anstieg von Resistenzen", sagt Kamaleyan-Schmied. Daher ist es wichtig Influenza-, COVID-, RSV- oder CRP-Schnelltests in den Ordinationen durchführen zu können, um eine rechtzeitige und gezielte Therapie zu ermöglichen. 

Um die Erkrankung zu verhindern, bietet sich die Impfung an. Insbesondere für Kinder, Ältere und chronisch Kranken wird diese Möglichkeit der Prävention empfohlen.