Hausärzt:in 01/2026
Ärzt:in Assistenz 2025

Intensivpatient:innen unter Nierenersatztherapie

An der MedUni Innsbruck wurde eine neue Infusion an Intensivpatient:innen unter Nierenersatztherapie getestet. Diese hat eine geänderte Zusammensetzung, um den Säure-Basen-Haushalt der Patient:innen besser zu stabilisieren.

Nur etwa 60 von 100 Intensivpatient:innen, die mit einer Nierenersatztherapie behandelt werden müssen, überleben. Daher wollten die Mediziner:innen die Behandlung der kontinuierlichen Nierenersatztherapie auf der Intensivstationen optimieren, um die Mortalität zu senken.

Für die Nierenersatztherapie ist eine Hemmung der Blutgerinnung notwendig, dafür wird seit einigen Jahren die regionale Gerinnungshemmung mit Citrat genutzt. Das Citrat wirkt ausschließlich im Blut, das sich außerhalb des Körpers befindet, und wird im Körper zu Bicarbonat abgebaut.

Jedoch wurde die Substitutionslösung, die den Patient:innen zum Ausgleich des Flüssigkeitsverlusts, gegeben wird, beim Wechsel von Heparin zu Citrat nicht angepasst. Der Ausfall der Nierenfunktion führt im Körper zu einer Übersäuerung. Diese Azidose kann unter der Therapie ausgeglichen werden, aber 40 % der Patient:innen entwickeln daraufhin eine Alkalose. Daher wurde eine weniger basische Substitutionslösung getestet, mit nur 22 mmol Bicarbonat, anstelle von 30 mmol, im Körper haben wir normalerweise 24 mmol. 

Die Mediziner:innen konnten zeigen, dass die weniger basische Lösung den pH-Wert genauso schnell normalisiert wie die bisherige Ersatzflüssigkeit. Außerdem wird eine bessere metabolische Kontrolle und Stabilität ermöglicht. Die Sterblichkeit der Proband:innen reduziert sich von 39 % auf 23 % mit der geringeren Bicarbonatkonzentration. Als Nächstes ist eine multizentrische Studie geplant, um das Langzeitüberleben zu überprüfen.