Das MILOS-Register ist eine europäische, prospektive, nicht-interventionelle Studie zur Wirksamkeit und Sicherheit von Bempedoinsäure, entweder als Monotherapie oder in Kombination mit Ezetimib, bei Patient:innen mit Hypercholesterinämie oder gemischter Dyslipidämie. Für die vorliegende Analyse wurden Daten von insgesamt 2.121 Patient:innen aus Österreich, Belgien, Italien und dem Vereinigten Königreich ausgewertet.
In diesen Ländern wurden 394 Patient:innen mit Diabetes, 450 mit Prädiabetes und 1.234 mit Normoglykämie eingeschlossen. Die Patient:innen mit Diabetes waren im Mittel etwas älter (67,7 Jahre) als jene ohne Diabetes (65,1 Jahre) und wiesen einen höheren BMI (28,5 kg/m²) auf. Die Ausgangs-LDL-C-Werte vor Therapiebeginn lagen bei den Diabetespatient:innen mit durchschnittlich 103,6 mg/dL etwas niedriger als bei Patient:innen mit Prädiabetes und Normoglykämie (jeweils 116,8 mg/dL). Zudem zeigte sich bei den Diabetespatient:innen eine höhere Prävalenz von Bluthochdruck (80,5 %) und sekundärer Prävention (60,7 %) im Vergleich zu den anderen Gruppen.
Die lipidsenkende Therapie vor Beginn der Bempedoinsäure-Behandlung bestand bei den Patient:innen überwiegend aus Statinen, häufig in Kombination mit Ezetimib. Nach achtwöchiger Behandlung zeigte sich in allen glykämischen Subgruppen eine durchschnittliche LDL-C-Reduktion von über 20 %. Die LDL-C-Zielerreichung nach ESC/EAS-Richtlinien verbesserte sich deutlich, was die Wirksamkeit von Bempedoinsäure im realen klinischen Alltag unterstreicht.
Die Sicherheitsevaluierung ergab eine geringe Rate an unerwünschten Arzneimittelwirkungen (5,8 % bei Diabetespatient: innen), wobei schwerwiegende Nebenwirkungen selten waren und keine Todesfälle auftraten. Bei Patient:innen mit Diabetes lag die Abbruchrate aufgrund von Nebenwirkungen bei etwa 3,6 %.
Zusammenfassend bestätigen die Daten der MILOS-Studie die Effektivität und Sicherheit von Bempedoinsäure als ergänzende lipidsenkende Therapie bei Patient:innen mit und ohne Diabetes. Bempedoinsäure führte in diesem Register zu einer Verbesserung der LDL-C-Kontrolle bei Hochrisikopatient:innen im niedergelassenen Bereich, wie auch in der Klinik.