Hausärzt:in 07-08/2025
Ärzt:in Assistenz 2025

Sommer, Sonne, Harnwegsinfekt

Vaginales Mikrobiom und Zystitis-Risiko.
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Bei höheren Temperaturen steigt die Zahl der Harnwegsinfekte – das fand eine Studie aus dem Jahr 2021 heraus. Die konkreten Gründe dafür sind noch unklar, aber das vaginale Mikrobiom könnte eine bedeutende Rolle spielen.
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Im Vergleich zu Wochen mit Temperaturen zwischen 5 und 7,5 °C erhöhte sich die Zystitis-Inzidenz um bis zu 30 %, wenn in der Woche zuvor zwischen 25 und 30 °C gemessen wurden.1

Ein Grund dafür könnte der erhöhte Flüssigkeitsbedarf im Sommer sein. Bei Hitze verliert der Körper mehr Wasser, da größere Mengen an Schweiß produziert werden. Leider nimmt der Großteil der Menschen generell nicht genügend Wasser zu sich, obwohl eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr essenziell für die Gesundheit ist. Sie kann beispielsweise dabei helfen, Harnwegsinfekte zu verhindern. Wasser verdünnt Untersuchungen zufolge den Urin, wodurch sich die Konzentration potenzieller Krankheitserreger verringern lässt. Außerdem können durch die Miktion Pathogene "ausgespült" werden. Indem Frauen mit einer rezidivierenden Zystitis ihren Wasserkonsum ein Jahr lang täglich um 1,5 Liter erhöhten, konnten sie die Anzahl der Infekte im Vergleich zum Vorjahr fast halbieren.2

Weiters entfernen Menschen im Sommer öfters ihre Körperbehaarung. Eine Umfrage zeigte jedoch, dass Frauen, die wöchentlich all ihre Schamhaare entfernten, im Vergleich zu anderen Frauen dreimal so häufig eine wiederkehrende Zystitis erlitten. Studien, welche die Bärte von männlichen Fachkräften im Gesundheitswesen analysierten, fanden heraus: Männer mit Gesichtsbehaarung hatten eher ein apathogenes Gesichtsmikrobiom als rasierte Männer. Daher schlussfolgerten die Forscher:innen, dass Schamhaare einen ähnlichen Effekt auf das vaginale Mikrobiom haben könnten.3